Serie: Alles über Business-Wettbewerbe

Die besten Tipps der Sieger – Teil 3


In unserer Rubrik Siegertipps stellen Gewinner bereits seit einiger Zeit eine Besonderheit ihres Unternehmerlebens vor. Wir haben die besten Tipps herausgesucht. Teil drei: Tipps aus den Rubriken Qualität und Innovation.


Tipp 1: Kürzer, intensiver, effizienter
"Zur effizienten Projektarbeit gehört eine schnelle und genaue Kommunikation. Deshalb sind unsere Bürowege so kurz wie möglich.

Vertrieb, Entwicklung und Kalkulation sind an einem Tisch versammelt. Telefoniert der Techniker mit seinem Kunden aus der Automobilindustrie, bekommt es der Kaufmann gegenüber unmittelbar mit. Neue Anforderungen oder Änderungswünsche bei der Entwicklung eines Bauteils gehen direkt in die Kostenplanung mit ein.

Leerzeiten wie das Schreiben von E-Mails oder der Fußweg von einem Gebäude zum anderen entfallen dadurch fast vollständig. Die Projektzeiten verkürzen sich erheblich."
(Gerhard Riedhammer, Mitglied des Group Executive Board Rehau AG + Co, www.rehau.de)

Tipp 2: Messen, Messen, Messen

"Die [vom European Quality Award] geschickten Assessoren kamen in die Küche und sagten: "Dürfen wir bitte mal Ihren Standard sehen? Wartezeit auf eine Vorspeise und auf ein Hauptgericht?" Das hatten wir nicht.

Heute liegen Streudiagramme am Pass, an der Stelle, wo das Essen raus geht. Da ist eine elektronische Eieruhr, und wenn ein Kellner einen Tisch abruft - "Tisch 4, Hauptgerichte können laufen" -, dann drückt er auf die Uhr. Kommen die Teller, drückt er wieder und macht damit einen Punkt auf diesem Streudiagramm.

Denn nur was gemessen wird, wird auch getan.

Anfangs kam uns das alles wie Bürokratie vor. Heute wissen wir, dass es einen Unterschied gibt zwischen Qualitätsmanagement und Bürokratie. Die Bürokratie erkennen Sie an den willkürlich und ohne Rücksicht auf den konkreten Nutzen festgelegten Schritten. Qualitätsmanagement dagegen zeichnet sich aus durch eine Folge festgelegter notwendiger Schritte zur Erreichung eines Ziels."
(Klaus Kobjoll, Gründer und Inhaber Hotel Schindlerhof, www.schindlerhof.de)

Tipp 3: Testen, Testen, Testen
"Nichts ist schlimmer, als vom Zahnarzt zu hören: 'Ihr Produkt ist unbrauchbar'. Deshalb testen wir die Produkte intensiv, bevor wir sie auf den Markt bringen.

Bei kleineren Testaktionen reichen 10 Teilnehmer. Bei unserer größten Testaktion waren es 6.000. Das hieß einige Monate Arbeit und ständige Kommunikation per eMail und Telefon – in der gesamten Testphase.

Die Testfragen sind auf jeden einzelnen Probanden abgestimmt und können von diesem selbst erweitert werden. Etwa 10-15 Fragen erscheinen auf dem Fragebogen. Einige sind vorgegeben. […] Jedem Tester ist es freigestellt, weitere Fragen hinzuzufügen und eigene Vorschläge zu machen.

Die gesammelten Ergebnisse werden in einer Liste zusammengefasst und miteinander verglichen. […] Ist die Auswertung abgeschlossen, wird ein weiterer Prototyp erstellt, und wir gehen in die zweite Testphase. Diese verläuft analog zur ersten Phase."
(Gerhard R. Daiger, Geschäftsführer und Inhaber Dr. Walser Dental GmbH, www.walser-dental.com)

Tipp 4: Sprachrohr Oskar
"Ohne [unsere] Mitarbeiter ist der Exzellenz-Gedanke […] nur eine leere Hülle. Wir können aber nicht alle unsere 2.800 Mitarbeiter gleichzeitig an einem Ort erreichen und ihnen das Thema Qualitätsmanagement näher bringen.

So wurde 2002 OSKAR aus der Taufe gehoben.

OSKARs Aufgabe: den Exzellenzgedanken an alle Mitarbeiter zu kommunizieren – in einem monatlichen schriftlichen Newsletter, in der Sprache der Mitarbeiter und mit den Themen, die sie interessieren.

Was das bringt? […]
• eine herausragende Service-Qualität
• Konzentration auf klar definierte Marktsegmente
• soziales und ökologisches Engagement
• verantwortungsbewusste Mitarbeiter, die von einer einzigartigen Dienstleistungskultur geprägt sind
• einen sichtbaren Beitrag zum Erfolg unserer Kunden

Aber Vorsicht: Auch OSKAR wird mal müde. Der Responsegedanke hinter dem Newsletter verläuft sich mit der Zeit. […] Also haben wir OSKAR zum Facelifting geschickt. Das Ergebnis: ein frischerer Teint und eine neue Arbeitskombination. Auch das gehört zum Exzellenz-Gedanken."
(Kathrin Albrecht, Leiterin Unternehmens-kommunikation GRG Services Group, www.grg.de)

Tipp 5: Nutz das Intranet
"[Wir] kommunizieren über ein interaktives Intranet und werden so zu einer 'Community'. Ein wichtiges Element dieser Community sind die Foren.

In den Foren kommunizieren wir 'asynchron'. Das heißt, die Teilnehmer müssen nicht gleichzeitig vor Ort sein. Sie können sich auch später einloggen und sich an einem Forum beteiligen.

Wenn ich zum Beispiel zwei Tage nicht in der Firma war, finde ich die Neuigkeiten über unsere Suchmaschine. Das funktioniert wie bei Google.

Eines unserer nächsten Projekte: Ideenmanagement als modernes betriebliches Vorschlagswesen. Vorschläge und Ideen eines Mitarbeiters können von allen anderen eingesehen werden.

Wir verwenden da zum Beispiel die 'Sechs-Hüte-Methode'.

Jeder meiner Diskussionsbeiträge bekommt einen Hut. Dadurch werden mehrere Sichtweisen mit der Farbe des Hutes in die Diskussion gebracht. Dann weiß ich als Leser schon vor dem ersten Satz, welcher Art der Vorschlag oder die Kritik sein wird."
(Rainer Weichbrodt, Geschäftsführer Brühne Gruppe, www.bruehne-gruppe.de)

Tipp 6: Partner sparen Kosten
"Die Kooperation mit unserem tschechischen Partner Se-Mi senkt unsere eigenen Kosten: durch weniger Personalaufwand, weniger Fertigungsrisiko und gemeinsame Messebesuche.

Die eigenständige Arbeitsweise in der Partnerschaft spart Kosten, weil jeder seine eigene Kasse und Buchhaltung unterhält. Wir brauchen kein eigenes Personal nach Tschechien schicken, um Projekte zu bearbeiten.

Der Einkauf einiger Geräteteile mindert außerdem das Risiko bei Ausfällen. Unser Partner verantwortet seine produzierten Komponenten selbst, führt eigenständige Qualitätskontrollen durch und trägt die entsprechenden Ausgaben. Wir bekommen am Ende das einbaufertige Produkt.

Unsere gemeinsamen Messeauftritte bringen doppelten Nutzen: Wir sparen Standkosten und bekommen mehr Kontakte, zum Beispiel nach Osteuropa oder Amerika."
(Wolfgang Preinfalk, Geschäftsführer Wolfgang Preinfalk GmbH, www.preinfalk.de)

(mb)

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