Computer und Co

Diese Tuning-Tipps können Sie getrost vergessen – Teil 2


Schnelligkeit zählt - auch am PC (Foto: creature / pixelio)
In Teil 1 unserer Mini-Serie haben wir Ihnen bereits von zwölf Märchen des Computer-Tunings berichtet. Im zweiten Teil erfahren Sie unter anderem, warum komprimierte Dateien sinnlos und Firewalls tatsächlich hilfreich sind.


Das Portal computerwoche.de hat die falschen Tuning-Tipps zusammengestellt:

Märchen 13: Automatische Virenscanner kann man abschalten
On-Access-Scanner überprüfen automatisch jede Datei auf dem Rechner. Einige erfahrene PC-Nutzer halten wenig von solchen Virenscannern. Der Einwand: Es müssten nicht immer alle Dateien überprüft werden – das ginge auch manuell.

Gerade durch die Anwendung von JavaScript und Flash können sich aber gefährliche Dateien unbemerkt einschleichen. Deshalb sollten Sie auf automatische Virenscanner nicht verzichten.

Märchen 14: Eine Firewall schützt nicht
Eine Firewall soll blockieren – eingehende und ausgehende Verbindungen. Tatsächlich ist es kompliziert, den ausgehenden Datenverkehr in "verdächtig" und "unverdächtig" einzuteilen.

Deaktiviert werden sollte die Firewall trotzdem nicht. Immerhin leistet sie Schutz vor eingehenden Verbindungen – das ist besser als gar nichts.

Märchen 15: AdobeReader ist zu groß
AdobeReader wird immer umfangreicher und zeitintensiver. Trotzdem leistet der PDF-Betrachter nützliche Dienste und sollte nicht entfernt werden. Gerade die Verwendung älterer Versionen birgt Probleme: Viele PDFs lassen sich nur noch mit neuen Versionen des AdobeReader öffnen.

Märchen 16: Windows muss gelegentlich neu installiert werden
Neue Windows-Systeme, wie zum Beispiel Vista, müssen normalerweise nicht neu installiert werden. Sie enthalten im Gegensatz zu Windows 95 oder 98 bestimmte Schutzfunktionen, die die Rettung beschädigter Systeme ermöglichen.

Mit einer Neuinstallation geht fast immer eine Neuformatierung der System-Partitionierung einher. So gehen auch wichtige Daten verloren, wie zum Beispiel gespeicherte Passwörter für den Mailserver.

Märchen 17: Das Komprimieren von Dateien schafft Platz

Viele Nutzer komprimieren Dateien, wenn der Festplattenspeicher begrenzt ist. Nicht immer ist das ein Vorteil. Sobald Sie auf eine komprimierte Datei zugreifen, wird diese entpackt und danach erneut komprimiert. Die Folge: Der Computer arbeitet langsamer.

Eine bessere Lösung ist die Investition in eine neue Festplatte.

Märchen 18: Komprimierte Programme starten schneller
Kostenlose Programme, wie zum Beispiel Free UPX, komprimieren Programmdateien. Damit werden einige Megabyte Speicherplatz gewonnen. Die Hoffnung: Das Programm startet schneller, weil es nun kleiner ist.

Das Gegenteil ist der Fall: Dateien mit der Endung .exe müssen nämlich erst aufwändig entpackt werden.

Märchen 19: Windows Registry muss immer aufgeräumt sein
Registry-Cleaner sollen die Registrierungsdatenbank (Registry) regelmäßig von überflüssigen Einträgen befreien. Die Hoffnung: ein schnellerer Rechner.

Tatsächlich aber belastet eine überfüllte Registry die Arbeitszeit des Rechners nicht. Es werden immer nur die Daten aus der Datenbank in den RAM geladen, die auch bearbeitet werden.

Märchen 20: Windows Registry muss repariert werden
Registry-Einträge werden nur bei einem kompletten Absturz des Systems beschädigt. Tuning-Tools sollen kaputte Einträge reparieren. Leider funktionieren diese nur eingeschränkt: Das Tuning-Tool müsste jede Software kennen, die die Registry hinterließ, um kaputte Einträge zu reparieren.

Märchen 21: XP Luna frisst Ressourcen
Die XP Desktop-Oberfläche Luna ist ziemlich überladen. Sie können Luna in der "Systemsteuerung" abschalten – und XP fühlt sich zumindest schneller an. Das liegt aber nicht an der veränderten Oberfläche.

Mit dem Abschalten von Luna haben Sie auch die sich langsam aufklappenden Menu-Fenster deaktiviert. Diese Funktion können Sie ganz einfach in der Registry auf null setzen.

Märchen 22: Das XP-Boot-Logo verlängert den Boot-Vorgang
Dieses Märchen wurde einmal genauer inszeniert und von computerwoche.de getestet. Laut einem Test des Portals ist kein verlängertes Booten durch das Boot-Logo festzustellen.

Märchen 23: Die Auslagerunsdatei muss optimiert werden
Ist der Arbeitsspeicher voll, verschiebt Windows Teile davon in die Auslagerungsdatei. Bei einem Zugriff auf eine Auslagerungsdatei wird diese zunächst wieder in den Arbeitsspeicher verschoben. Im Anschluss gelangt eine andere Datei in die Auslagerungsdatei. Das kostet angeblich Zeit.

Die Funktionen "Prefetch" (XP) und "Super Fetch" (Vista) sollen die Zeitverluste minimieren, die durch die Auslagerung entstehen. Das konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Märchen 24: Ein Speicher-Tuning bringt mehr Leistung
Der Windows Memory Manager verwaltet den verfügbaren Speicher. Tuning-Tools fordern für eine Defragmentierung des Speichers zunächst große Speichermengen vom Memory-Manager an.

Wirklich beeindruckend ist allein die Grafik auf dem Bildschirm, die den Fortschritt des Memory-Managers anzeigt. Tatsächlich kostet das Defragmentieren des Arbeitsspeichers unnötig Zeit und kann Ressourcen sogar vernichten.

Märchen 25: Die "QoS"-Funktion verlangsamt die Internet-Verbindung
Viele Programme sind auf einen gleichbleibenden Datenfluss angewiesen, zum Beispiel Internet-Telefonie. Die Windows-Funktion "Quality of Service" (QoS) soll 20 Prozent der verfügbaren Verbindungskapazität sichern.

Wird die "QoS"-Funktion aber gekappt, fehlen dem System wichtige Kapazitäten.

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