Siegertipp
In der Friseur Akademie arbeiten nur Auszubildende
Unsere 12 Auszubildenden schneiden vom ersten Tag an Haare. Dazu muss man sagen, wenn wir am ersten August 2005 wieder neue Auszubildende einstellen, dann werden wir uns schon ganz gut kennen.
Die erste Gelegenheit zum kennen lernen bietet der Praxisnachmittag, den wir im März mit den Bewerbern veranstalten werden. Da bekommen die Kandidaten Einblick in den Beruf des Friseurs.
Bei der Gelegenheit fragen wir unsere Bewerber, an welchem Tag der Woche sie Zeit haben, neben der Schule ein Praktikum bei uns zu machen. Ziel ist, dass in der Zeit zwischen März und August jede Kandidatin an einem Tag der Woche bei uns ist.
Die Lehrlinge bringen schon Geld ein
In der ersten Zeit der Ausbildung, sind hauptsächlich Freunde und Verwandte Kunden der Azubis. Der Vorteil: Bei Bekannten verlieren die Azubis die Scheu vor dem Schneiden.
In der Akademie kostet einmal Waschen und Schneiden zehn Euro - das zieht die Leute natürlich an.
Nach drei Monaten bedient jede Auszubildende zehn Leute pro Tag - das sind 200 Kunden im Monat. Davon kann ich die Miete für den Laden und die Gehälter der Ausbilder bezahlen, und Gewinn machen wir auch noch.
Die Kunden finden es gut, von einem Lehrling frisiert zu werden. Das hat aber auch einen entscheidenden Vorteil für uns: wenn mal ein kleiner Fehler passiert, dann sehen die Kunden das nicht so dramatisch.
Aus einem Fehler lernt man mehr, als wenn ich es zehnmal erkläre
Ein Beispiel: Soll bei kurzen Haaren auch noch gefärbt werden, dann muss man immer vor dem Schneiden die Farbe auftragen, weil man sonst die Kopfhaut mit einfärbt. Das machen manche unserer Lehrlinge einmal falsch.
Aber das ist dann auch das einzige Mal. Die Azubis lernen aus eigenen Fehlern mehr, als wenn ich es Ihnen als Ausbilder zehnmal vorbete.
Kleinere Mängel bemerke ich auch gar nicht, weil ich bei zwölf Azubis nicht alles überwachen kann. Dafür haben wir unsere Qualitätsstandards, die beschreiben, was gemacht werden muss, wie es gemacht werden muss und auch warum.
So können unsere Azubis relativ frei arbeiten. Ich erinnere mich noch an meine Ausbildung: Mein Meister stand bei jedem Schnitt hinter mir und da war ich so nervös, dass ich erst recht Fehler gemacht habe.
Kein Meckern bei Überstunden
Weil die Azubis selbstverantwortlich handeln, bringen sie auch mehr Leistung. Wenn z.B. einer der Lehrlinge krank wird, dann brauche ich gar nicht fragen, ob jemand einspringen will, dass klappt ohne mein Zutun.
Keiner meckert, wenn er oder sie mal Überstunden machen muss. Dafür gibt es auch Gelegenheiten, in denen man dafür Freizeit hat. Wir haben genug Leute, um eine Frühschicht und eine Spätschicht zu fahren.
Die Frühschicht beginnt 8.30 Uhr und die Spätschicht erst um 10.00 Uhr. Also kann jeder mal ausschlafen.
Ich will jeden übernehmen
Bei uns bewerben sich viele Leute, teilweise haben die Abitur. Wie finden uns die ganzen Bewerber? Ich lege Prospekte beim Arbeitsamt aus. Darauf kann jeder lesen, dass wir etwas Besonderes machen, und das finden die Leute klasse.
Für mich wäre es sehr interessant zu erfahren, wie meine Leute nach Ihrer Ausbildung bei anderen Friseuren ankommen, aber da gibt es noch kein Beispiel. Bisher haben wir alle Azubis in eine Anstellung übernommen.
Ich kann meinen Mitarbeitern vertrauen
Miriam Kiefer hat 2000 bei mir angefangen – sie war meine erste Auszubildende. Jetzt hat sie schon ihren Meister und schult die neue Generation.
Sie wird bald eine neue Filiale übernehmen. Der Vorteil: Ich übergebe die Filiale nicht an eine Fremde.
Ich weiß, sie schließt um 8.00 Uhr auf und nicht vor 18.30 Uhr wieder zu. Sie kennt die Kassensoftware und ich muss keine extra Schulung mit ihr machen. Es gibt keine Reibungsverluste.
Mein Unternehmen wächst
Miriam übernimmt übrigens die dritte Filiale in Freiburg, die wir zusätzlich zur Akademie eröffnen. Vielleicht werden wir noch zu einer Kette.
Wir planen auch schon, eine neue Friseur - Akademie in Offenburg zu starten. Dort werden natürlich Ausbilder beschäftigt sein, die bei mir gelernt haben. Ich will schließlich davon profitieren, dass ich so viele Leute ausgebildet habe.
Zum Unternehmen
Die Friseur Akademie in Freiburg wurde im August 2002 mit zwei Meistern und sechs Auszubildenden gegründet.
Die Unternehmensidee bestand von vornherein darin, ausschließlich die Lehrlinge frisieren zu lassen.
Heute beschäftigt das Unternehmen 17 Auszubildende in vier Salons.
Update:
Mittlerweile beschäftigt der Friseur-Salon 30 Asuzubildende in acht Salons. Seit 2005 gibt es eine zweite Akademie in Offenburg - und auch dort wurde das ursprüngliche Konzept übernommen.
Reinbold Friseurakademie
Bismarckallee 9
79098 Freiburg
Web: www.friseur-akademie.com
E-Mail: Stefan.Reinbold@t-online.de
In der Friseur Akademie arbeiten nur Auszubildende

Unsere 12 Auszubildenden schneiden vom ersten Tag an Haare. Dazu muss man sagen, wenn wir am ersten August 2005 wieder neue Auszubildende einstellen, dann werden wir uns schon ganz gut kennen.
Die erste Gelegenheit zum kennen lernen bietet der Praxisnachmittag, den wir im März mit den Bewerbern veranstalten werden. Da bekommen die Kandidaten Einblick in den Beruf des Friseurs.
Bei der Gelegenheit fragen wir unsere Bewerber, an welchem Tag der Woche sie Zeit haben, neben der Schule ein Praktikum bei uns zu machen. Ziel ist, dass in der Zeit zwischen März und August jede Kandidatin an einem Tag der Woche bei uns ist.
Die Lehrlinge bringen schon Geld ein
In der ersten Zeit der Ausbildung, sind hauptsächlich Freunde und Verwandte Kunden der Azubis. Der Vorteil: Bei Bekannten verlieren die Azubis die Scheu vor dem Schneiden.
In der Akademie kostet einmal Waschen und Schneiden zehn Euro - das zieht die Leute natürlich an.
Nach drei Monaten bedient jede Auszubildende zehn Leute pro Tag - das sind 200 Kunden im Monat. Davon kann ich die Miete für den Laden und die Gehälter der Ausbilder bezahlen, und Gewinn machen wir auch noch.
Die Kunden finden es gut, von einem Lehrling frisiert zu werden. Das hat aber auch einen entscheidenden Vorteil für uns: wenn mal ein kleiner Fehler passiert, dann sehen die Kunden das nicht so dramatisch.
Aus einem Fehler lernt man mehr, als wenn ich es zehnmal erkläre
Ein Beispiel: Soll bei kurzen Haaren auch noch gefärbt werden, dann muss man immer vor dem Schneiden die Farbe auftragen, weil man sonst die Kopfhaut mit einfärbt. Das machen manche unserer Lehrlinge einmal falsch.
Aber das ist dann auch das einzige Mal. Die Azubis lernen aus eigenen Fehlern mehr, als wenn ich es Ihnen als Ausbilder zehnmal vorbete.
Kleinere Mängel bemerke ich auch gar nicht, weil ich bei zwölf Azubis nicht alles überwachen kann. Dafür haben wir unsere Qualitätsstandards, die beschreiben, was gemacht werden muss, wie es gemacht werden muss und auch warum.
So können unsere Azubis relativ frei arbeiten. Ich erinnere mich noch an meine Ausbildung: Mein Meister stand bei jedem Schnitt hinter mir und da war ich so nervös, dass ich erst recht Fehler gemacht habe.
Kein Meckern bei Überstunden
Weil die Azubis selbstverantwortlich handeln, bringen sie auch mehr Leistung. Wenn z.B. einer der Lehrlinge krank wird, dann brauche ich gar nicht fragen, ob jemand einspringen will, dass klappt ohne mein Zutun.
Keiner meckert, wenn er oder sie mal Überstunden machen muss. Dafür gibt es auch Gelegenheiten, in denen man dafür Freizeit hat. Wir haben genug Leute, um eine Frühschicht und eine Spätschicht zu fahren.
Die Frühschicht beginnt 8.30 Uhr und die Spätschicht erst um 10.00 Uhr. Also kann jeder mal ausschlafen.
Ich will jeden übernehmen
Bei uns bewerben sich viele Leute, teilweise haben die Abitur. Wie finden uns die ganzen Bewerber? Ich lege Prospekte beim Arbeitsamt aus. Darauf kann jeder lesen, dass wir etwas Besonderes machen, und das finden die Leute klasse.
Für mich wäre es sehr interessant zu erfahren, wie meine Leute nach Ihrer Ausbildung bei anderen Friseuren ankommen, aber da gibt es noch kein Beispiel. Bisher haben wir alle Azubis in eine Anstellung übernommen.
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Miriam Kiefer hat 2000 bei mir angefangen – sie war meine erste Auszubildende. Jetzt hat sie schon ihren Meister und schult die neue Generation.
Sie wird bald eine neue Filiale übernehmen. Der Vorteil: Ich übergebe die Filiale nicht an eine Fremde.
Ich weiß, sie schließt um 8.00 Uhr auf und nicht vor 18.30 Uhr wieder zu. Sie kennt die Kassensoftware und ich muss keine extra Schulung mit ihr machen. Es gibt keine Reibungsverluste.
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