start2grow Informationstechnologien (inaktiv)
In 86.32 Stunden aufs Sieger-Treppchen (Teil 2)
Ein Start-up erfasst seine in die Wettbewerbsteilnahme investierte Arbeitszeit minutengenau
Im ersten Teil des Artikels wurde die Frage geklärt, worauf es bei der Zeiterfassung der Wettbewerbsteilnahme ankommt und wozu sie dient. Teil 2 zeigt, wo genau die Yolk-Gründer wieviele Stunden in die start2grow-Teilnahme steckten und welche Schlüsse sie aus der Auswertung zogen.
Fahrten kosten am meisten
86.32 Stunden klingt nach einer Menge Aufwand. Ist es auch.
Ein Blick auf die mit mite getrackten Zeiten der Gründer zeigt schnell, in welchen Bereichen der Teilnahme-Aufwand für Yolk "explodierte": Zum einen entfielen über 30 Prozent der Zeit auf Fahrten vom Berliner Unternehmenssitz zum Dortmunder Wettbewerbsstandort.
Zum anderen schlugen ein Jury-Pitch sowie der Besuch der Abschluss-Veranstaltung (Preisverleihung) mit 15 Prozent Zeitaufwand zu Buche.

Die Auswertung der erfassten Zeiten nach Leistung
Schreiben und Organisieren kosten weniger
Die Auswertung überraschte selbst Sebastian Munz und Julia Soergel. Das Schreiben des Businessplans hatte schließlich lediglich 22,5 Stunden in Anspruch genommen – etwa ein Viertel der Gesamtzeit.
Auch der organisatorische Aufwand, oft "schwarzer Peter eines Projektes", hielt sich in Grenzen: In zwei Stunden waren sämtliche Mails geschrieben, Briefe eingetütet und Bahn-Tickets gebucht worden – gerade einmal 2,3 Prozent der Gesamtzeit.
Die Schlussfolgerungen
Das Gründer-Duo analysierte seine Zeiterfassung. Den Grundprinzipien des Projekt-Managements zufolge werden Projekte durch vier Variablen maßgeblich bestimmt: Qualität, Ressourcen, Umfang und Zeit.
Um Aufwand und Resultat zu optimieren, sollten diese vier Stellschrauben feinjustiert werden. Gilt es beispielsweise, ein Projekt in kürzerer Zeit als ursprünglich vorgesehen zu realisieren, muss entweder die Qualität und/oder der Umfang reduziert werden – beziehungsweise die Ressourcen erhöht werden, etwa durch zusätzliche Teammitglieder.
Im konkreten Projekt, der Teilnahme der Yolk GbR am start2grow-IT Gründungswettbewerb, stand die Analyse unter der Fragestellung, ob:
• durch eine Erhöhung der Variable Qualität ein besseres Ergebnis, also ein höher vergüteter erster Platz, oder
• bei Verminderung der Variable Zeit ein besserer Stundensatz
hätte realistisch erreicht werden können.
Umfang fest
Der Umfang des Projektes war festgeschrieben. An dieser Schraube konnte Yolk nicht wirklich drehen. Auch in puncto Ressourcen konnten beziehungsweise wollten die Gründer keine Justierung vornehmen.
Eine Steigerung der Qualität – um einen höher vergüteten ersten Platz zu erreichen – erscheint im nachhinein ebenfalls wenig sinnvoll: Die Prämierung basierte auf Faktoren wie der Attraktivität für VCs oder dem tatsächlichen unternehmerischen Vorhaben, beispielsweise dem Agieren in einem gehypten Markt. Diese Faktoren konnte und wollte Yolk nicht ändern.
Zeit variabel
Aus der Zeiterfassung lässt sich aber Potenzial erkennen: besonders bei der Variable Zeit – die Kernressource jedes Kopfarbeiters.
Die in der Bahn verbrachten Stunden hätten für das Vorantreiben anderer Projekte genutzt werden können. Wäre dies zu 100 Prozent gelungen, hätte sich der gesamte zeitliche Aufwand um mehr als 32 Prozent reduziert. Der effektive Stundensatz wäre dann mit 129 Euro (gegenüber den erreichten 87 Euro, siehe Teil 1) um fast 50 Prozent höher ausgefallen.
Ein weiterer Einsparpunkt: Bei der Abschlussveranstaltung wäre nur ein Teammitglied gewesen. Damit hätten sich beachtliche 14 Prozent einsparen lassen.
Zur Beantwortung der Kernfrage – mit welcher zeitlichen Investition die Teilnahme an einem Businessplan-Wettbewerb für Gründer sinnvoll erscheint – müssen neben dem monetären Gewinn auch weiche Faktoren miteinbezogen werden, wie im ersten Teil des Artikels einleitend festgestellt.
Ein fundiertes Feedback zum Gründungsvorhaben und Kontakte zu Kapitalgebern wie Branchenkennern kann jeder Teilnehmer aus einem gut organisierten Wettbewerb mitnehmen. Prämierte werden zudem – gute Pressearbeit der Veranstalter vorausgesetzt – mit Aufmerksamkeit und Imagegewinn belohnt.
Das sind Preise, die ein junges Unternehmen nicht unterschätzen sollte. Eine Zeitauswertung optimiert den Teilnahmeaufwand – denn jedes Start-up will schließlich wachsen und rentabel werden.
mite.yo.lk
Im ersten Teil des Artikels wurde die Frage geklärt, worauf es bei der Zeiterfassung der Wettbewerbsteilnahme ankommt und wozu sie dient. Teil 2 zeigt, wo genau die Yolk-Gründer wieviele Stunden in die start2grow-Teilnahme steckten und welche Schlüsse sie aus der Auswertung zogen.
Fahrten kosten am meisten
86.32 Stunden klingt nach einer Menge Aufwand. Ist es auch.
Ein Blick auf die mit mite getrackten Zeiten der Gründer zeigt schnell, in welchen Bereichen der Teilnahme-Aufwand für Yolk "explodierte": Zum einen entfielen über 30 Prozent der Zeit auf Fahrten vom Berliner Unternehmenssitz zum Dortmunder Wettbewerbsstandort.
Zum anderen schlugen ein Jury-Pitch sowie der Besuch der Abschluss-Veranstaltung (Preisverleihung) mit 15 Prozent Zeitaufwand zu Buche.

Die Auswertung der erfassten Zeiten nach Leistung
Schreiben und Organisieren kosten weniger
Die Auswertung überraschte selbst Sebastian Munz und Julia Soergel. Das Schreiben des Businessplans hatte schließlich lediglich 22,5 Stunden in Anspruch genommen – etwa ein Viertel der Gesamtzeit.
Auch der organisatorische Aufwand, oft "schwarzer Peter eines Projektes", hielt sich in Grenzen: In zwei Stunden waren sämtliche Mails geschrieben, Briefe eingetütet und Bahn-Tickets gebucht worden – gerade einmal 2,3 Prozent der Gesamtzeit.
Die Schlussfolgerungen
Das Gründer-Duo analysierte seine Zeiterfassung. Den Grundprinzipien des Projekt-Managements zufolge werden Projekte durch vier Variablen maßgeblich bestimmt: Qualität, Ressourcen, Umfang und Zeit.
Um Aufwand und Resultat zu optimieren, sollten diese vier Stellschrauben feinjustiert werden. Gilt es beispielsweise, ein Projekt in kürzerer Zeit als ursprünglich vorgesehen zu realisieren, muss entweder die Qualität und/oder der Umfang reduziert werden – beziehungsweise die Ressourcen erhöht werden, etwa durch zusätzliche Teammitglieder.
Im konkreten Projekt, der Teilnahme der Yolk GbR am start2grow-IT Gründungswettbewerb, stand die Analyse unter der Fragestellung, ob:
• durch eine Erhöhung der Variable Qualität ein besseres Ergebnis, also ein höher vergüteter erster Platz, oder
• bei Verminderung der Variable Zeit ein besserer Stundensatz
hätte realistisch erreicht werden können.
Umfang fest
Der Umfang des Projektes war festgeschrieben. An dieser Schraube konnte Yolk nicht wirklich drehen. Auch in puncto Ressourcen konnten beziehungsweise wollten die Gründer keine Justierung vornehmen.
Eine Steigerung der Qualität – um einen höher vergüteten ersten Platz zu erreichen – erscheint im nachhinein ebenfalls wenig sinnvoll: Die Prämierung basierte auf Faktoren wie der Attraktivität für VCs oder dem tatsächlichen unternehmerischen Vorhaben, beispielsweise dem Agieren in einem gehypten Markt. Diese Faktoren konnte und wollte Yolk nicht ändern.
Zeit variabel
Aus der Zeiterfassung lässt sich aber Potenzial erkennen: besonders bei der Variable Zeit – die Kernressource jedes Kopfarbeiters.
Die in der Bahn verbrachten Stunden hätten für das Vorantreiben anderer Projekte genutzt werden können. Wäre dies zu 100 Prozent gelungen, hätte sich der gesamte zeitliche Aufwand um mehr als 32 Prozent reduziert. Der effektive Stundensatz wäre dann mit 129 Euro (gegenüber den erreichten 87 Euro, siehe Teil 1) um fast 50 Prozent höher ausgefallen.
Ein weiterer Einsparpunkt: Bei der Abschlussveranstaltung wäre nur ein Teammitglied gewesen. Damit hätten sich beachtliche 14 Prozent einsparen lassen.
Weiche Faktoren nicht vergessen
Die harten Kernzahlen sind aber eine Seite der Medaille, die sich mit der hier vorgestellten Kurzanalyse optimieren lassen.Zur Beantwortung der Kernfrage – mit welcher zeitlichen Investition die Teilnahme an einem Businessplan-Wettbewerb für Gründer sinnvoll erscheint – müssen neben dem monetären Gewinn auch weiche Faktoren miteinbezogen werden, wie im ersten Teil des Artikels einleitend festgestellt.
Ein fundiertes Feedback zum Gründungsvorhaben und Kontakte zu Kapitalgebern wie Branchenkennern kann jeder Teilnehmer aus einem gut organisierten Wettbewerb mitnehmen. Prämierte werden zudem – gute Pressearbeit der Veranstalter vorausgesetzt – mit Aufmerksamkeit und Imagegewinn belohnt.
Das sind Preise, die ein junges Unternehmen nicht unterschätzen sollte. Eine Zeitauswertung optimiert den Teilnahmeaufwand – denn jedes Start-up will schließlich wachsen und rentabel werden.
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