start2grow Gründungswettbewerb

Salsa-Tanzen im Internet



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Im Einsatz für Lernvideos: Daniel Weßeling (li.) und Florian Großmann (Foto: Videotomie)
Eine WG, ein Tanzkurs, ein Start-up: So lässt sich kurz und knapp die bisherige Geschichte des Internet-Videoportals "Videotomie" zusammenfassen. Doch ganz so einfach war es nicht, sagt Mitgründer Florian Großmann im Gespräch mit biz-AWARDS.


Seit März 2007 gibt es die offizielle Onlineversion von Videotomie. Auf dem Video-Lernportal kann jeder kurze Lehrvideoclips einstellen und anschauen – kostenlos. Mit dem Businessplan gewann das junge Unternehmen bereits bei drei Wettbewerben: start2grow, NUK und Cologne Tradefair der Uni Köln.

Am Anfang war der Tanz
Alles fing an mit: einem Salsa-Tanz. Mitgründer Malte Klocke belegte 2005 einen Salsa-Kurs und wollte sich Internet gerne Video von Tanzanfängern anschauen, um mehr zu lernen.

"Doch Fehlanzeige: 2005 gab es noch keine Videoportale im Internet", sagt Florian Großmann. Also ging Klocke mit seinen WG-Genossen und Mitstudenten Daniel Wesseling und Florian Großmann in die Kölner City und fragte Passanten: "Kennen Sie ein Videoportal im Internet?". Die Antwort: "Nur für einschlägige Seiten."

Am Ort des Austauschs
Nicht mal über Google war etwas zu finden. Das ärgerte die Salsa-Fans. Zusammen ersannen sie sie eine Lösung: "Ein sauberes Internetportal, dass per Video Lernhilfe bietet – kostenlos zum Tausch. Videotomie war geboren", so Großmann.

Die Idee in Kurzform: Kleine Informations-Videos für zu Hause, die einem bei Problemen helfen und mit dem sich Gelerntes rekapitulieren lässt. "Wenn man kurze Infos braucht, hilft einem das dickste Buch nichts. Ein Video komprimiert das Ganze in Bilder – anschaulicher und prägnanter."

Aller Anfang ohne Programmierer
Die drei Gründer machten sich sofort an die Programmierung. Nur eins fehlte noch: die Programmierer. "Ich bin Jurist, Malte BWLer und Daniel Elektrotechniker. Da war es mit Programmierung nicht weit her", erinnert sich Großmann. "Aber das machte nichts. Wir kannten genug Programmierer, die uns helfen konnten."

Anfang 2007 stand die Plattform – aber was kommt rauf? Erstmal alles, was die drei Gründer begeistern konnte: Kochen in der WG, Elektrotechniktipps zum Löten und Officevideos zum Umgang mit Photoshop.

Auf gute Taten folgt Trotz

Die ersten Rückmeldungen zur neuen Idee kamen schnell: Wie wollt ihr das denn aufbauen? E-Learning gibt´s doch schon. "Am Anfang mussten wir uns am stärksten gegen unsere Freunde durchsetzen. Die sahen einfach nur drei Jungs, die keine Ahnung vom Programmieren hatten."

Da hilft laut Großmann nur eins: ein fester Glaube an die Idee und Trotz. "So was wie uns gab es im Web 2.0 vorher nicht. Es gab Brot, es gab Messer – aber geschnittenes Brot noch nicht."

Inzwischen gibt es weit mehr als 1.000 Videos auf dem Portal. Besonders gern gesehen – ein 5-Minuten-Video zum Thema: Warum es unsinnig ist, im Unterricht nicht zu trinken. "Videos zum Tanzen, Kochen und Zungenrollen (!) sind aber auch sehr beliebt" sagt Florian Großmann.

Auch Konkurrenz ist Hilfe
Die Konkurrenz schläft aber nicht. Auch Videoportale wie wer-weiß-wie-komm, clipstool oder hausgemacht.tv buhlen inzwischen um die Gunst der privaten Videohelfer.

Doch das sei weniger Belastung als vielmehr Hilfe, so Großmann. "Die Konkurrenz hilft uns, unsere Ideen zu überdenken: Was machen die Anderen? Wollen wir das auch? Wie läuft es bei denen?" Am Ende heißt es aber: "Lieber neu konzipieren als schlecht kopieren."

Auch Konkurrenz ist Hilfe
Die Konkurrenz schläft aber nicht. Auch Videoportale wie wer-weiß-wie-komm, clipstool oder hausgemacht.tv buhlen inzwischen um die Gunst der privaten Videohelfer.

Doch das sei weniger Belastung als vielmehr Hilfe, so Großmann. "Die Konkurrenz hilft uns, unsere Ideen zu überdenken: Was machen die Anderen? Wollen wir das auch? Wie läuft es bei denen?" Am Ende heißt es aber: "Lieber neu konzipieren als schlecht kopieren."

Angebot kostenlos – Technik nicht

Bleibt eigentlich nur die Frage, wie sich Videotomie überhaupt finanziert. Die Kölner Gründer setzen hier auf ein Wide-Labeling: "Die ganze Technik oder einzelne Bestandteile werden verkauft. Die Inhalte kann der User dann selbst bestimmen."

So bietet das junge Unternehmen unter anderem Playerplätze, Channels und ein selbst programmiertes Konvertierungstool, mit dem sich PDFs in Player einspielen und darstellen lassen.

Die Inhalte der Videotomie-Seite blieben aber auf jeden Fall kostenlos, so Großmann. "Denn wir wollen neben Wikipedia ein wunderbares Nachschlagewerk für Videos werden – für jeden."


Kontakt
Videotomie Media GbR
Martin-Schmeisser-Weg 16
44227 Dortmund (Technologiepark)
www.videotomie.de

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