IQ Innovationspreis Mitteldeutschland

Vertrauen zählt mehr als Preisgeld



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Roland Göhde, CEO und Geschäftsführer von Cytecs. (Foto: Cytecs)
Am 14. Juni vergab die Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland ihren begehrten Innovationspreis. Sieger wurde das Biotechnologieunternehmen CyTecs mit ihrem Produkt CyScope. Doch entscheidend beim Erfolg waren nicht die 15.000 Euro, sagt CyTecs-Geschäftsführer und –CEO Roland Göhde im Gespräch mit biz-AWARDS.


"Aus dem Gewinn lässt sich viel mehr Nutzen ziehen, vor allem für das Marketing. Vier Punkte helfen uns besonders weiter:

• Anerkennung durch die führenden Experten der betroffenen Länder
• eine gesteigerte Wahrnehmung regional und deutschlandweit
• die Mitgliedschaft in der Initiative Mitteldeutschland
• die Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen."

Anerkennung im Ausland

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Dank kleiner Größe lässt sich das CyScope mobil einsetzen. (Foto: Cytecs)
CyScope ist ein mobil einsetzbares Mikroskop für die hochsensitive Schnelldiagnostik, zum Beispiel bei Malaria- oder Tuberkolose-Infektionen. Haupteinsatzgebiet des Geräts und der dazu gehörigen diagnostischen Tests ist die Versorgung der von Malaria und Tuberkulose betroffenen Menschen in Entwicklungsländern. Allein 3,2 Milliarden Menschen in 107 Ländern der Erde leben in Malariarisikogebieten, sagt Roland Göhde zu biz-AWARDS.

"Gerade in diesen Entwicklungsländern gelten Produkte 'made in Germany' immer noch als weltweit absolut führend, innovativ und zuverlässig. Der Gewinn eines Innovationswettbewerbes wie dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland sorgt dort für eine signifikante Steigerung des Vertrauens in die Produkte CyTecs – bei internationalen Organisationen wie der WHO oder UNICEF, bei Regierungen, Gesundheitsministerien oder auch Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen."

Ein Präsident zu Besuch
Bereits kurz nach dem Gewinn bekam das Unternehmen großen und positiven Zuspruch führender Wissenschaftler aus den betroffenen Ländern. "Schnell kamen Anrufe von Experten: Ihr seid auf dem richtigen Weg, sagten sie. Oder: Für uns als Entwicklungsländer ist das enorm wichtig."

Die Glückwünsche sind keine leeren Phrasen, wie der Geschäftsführer zu berichten weiß. "Eines unserer Schwerpunktgebiete in Afrika ist Benin. Der dortige Staatspräsident fand unsere Produkte so wichtig, dass er unser Unternehmen in Görlitz kurzerhand besucht hat."

Gesteigerte Wahrnehmung in Mitteldeutschland
Der Preisgewinn zeigt seinen Stellenwert nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland selbst. Nach Göhde ist es einem schnell wachsenden, aber verhältnismäßig kleinen Unternehmen wie CyTecs selten möglich, alle potenziellen Interessenten zu erreichen - selbst regional nicht.

"Wir sind nur 46 Mitarbeiter. Um alle NGOs (Nichtregierungsorganisationen) und gemeinnützige Vereine in Deutschland auf uns aufmerksam zu machen, bedarf es besonderer Wege. Ein Innovationspreis ist ein Mittel dazu."

Die Organisationen werden durch den Gewinn bei IQ auf die diagnostischen Lösungen der CyTecs GmbH aufmerksam. Außerdem festigt sich dadurch die Stellung als innovatives Hightech-Unternehmen, wie Göhde nach dem Gewinn des Sächsischen Innovationspreises 2003 bereits feststellen konnte.

Mitgliedschaft als Türöffner
Höhere Bekanntheit ist aber nicht alles, was der IQ Innovationspreis CyTecs zu bieten hatte. Mit dem Gewinn bekommt das Unternehmen eine einjährige Mitgliedschaft in der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland – für Göhde besonders wertvoll.

Die Mitgliedschaft sei wie ein Türöffner, sagt Göhde. "Wir erhoffen uns direkte Kontakte zu Entscheidungsträgern, die Entwicklungshilfemaßnahmen mit Projekten und Finanzmitteln unterstützen. Zum Beispiel zur KfW, die viel in Entwicklungsländer investiert. Für den Kooperationsaufbau sind solche Kontakte unerlässlich."

Stolze Mitarbeiter
Was für das Unternehmen gilt, gilt auch für die Mitarbeiter: Alle sollen vom Gewinn profitieren. Kurz nach der Preisverleihung lobte das Unternehmen ein Sommerfest aus und will so den Erfolg an die Belegschaft weiter geben.

"Die Mitarbeiter sind stolz auf den Gewinn und damit auch auf ihre eigene Arbeit", sagt der Geschäftsführer. "Das stärkt das Vertrauen in die Unternehmensführung. Das verschafft uns als Geschäftsleitung wiederum Sicherheit und ein Maß an Stabilität, das für die weitere Entwicklung im Hightech-Sektor erforderlich ist."


Zu CyTecs, CyScope
Die CyTecs GmbH aus Görlitz entwickelte mit CyScope das weltweit erste mobil einsetzbare Mikroskop für die Schnelldiagnostik, zum Beispiel bei Malaria oder Infektionskrankheiten wie Tuberkolose.

Das Gerät arbeitet mit einem optischen Präzisionssystem und einem neuartigen Beleuchtungssystem. Das System regt die Fluoreszenz an und besteht aus Hochleistungs-LEDs, die ultraviolettes oder blaues Licht bei hoher Leuchtstärke abgeben.

Das Gerät kann stromnetzunabhängig betrieben werden und berücksichtigt damit die Bedingungen in den Malariaregionen südlich der Sahara – etwa 95 Prozentdieser Regionen besitzen keinen elektrischen Strom.

Dadurch ist es erstmals möglich, ein für Entwicklungsländer erschwingliches und geeignetes Komplettpaket für HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria anzubieten, das den Bedingungen an Behandlungsprogramme in den betroffenen Regionen gerecht werden kann.

www.cytecs.com

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