Businessplanwettbewerb Sachsen-Anhalt

Gründen heißt: ständig analysieren, verbessern und weiterentwickeln



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Anja Rauhut und Marco Erbe
Märkte analysieren, Fördermöglichkeiten suchen und neue Ideen sofort einbinden: Anja Rauhut und Marco Erbe setzen bei ihrem Internet-Startup IN AUDITO auf strukturiertes Vorgehen und gezielte Verbesserung.



Für ihre Gründungsidee des Karriereportals www.jobmixer.de gewinnen sie den Businessplanwettbewerb Sachsen-Anhalt 2006, 10.000 Euro und den IT-Gründerpreis von Microsoft.

Papiermappen haben im Ausland keine Chance
Die Idee zu einem eigenen Internetportal hatten die Gründer während ihres Studiums der "Internationalen Wirtschaft" in Bernburg. "Zum Ende des Grundstudiums 2002 mussten wir ein Auslandspraktikum absolvieren. Bei der Bewerbung in England stießen unsere klassischen Papiermappen auf taube Ohren, da die Mehrheit der englischen Unternehmen nur digitale Bewerbungen akzeptierte", sagt Mitgründerin Anja Rauhut zu biz-AWARDS.

Solche Bewerberportale sollte es auch in Deutschland geben, beschlossen die Studenten. Erste Testseiten wurden mit der Web-Designerin Daniela Saske erstellt und fanden schnell Anklang. Doch mit dem Ende des Studiums 2004 musste der Gründertraum erstmal dem Arbeitsalltag weichen.

Nach Frust im Job endlich selbständig
"Während Marco Erbe ein Jahr weiter studierte, arbeitete ich in der Rekrutierung für Fach- und Führungskräfte", sagt Anja Rauhut. "Als Angestellte konnte ich meine Ideen aber nur bedingt umsetzen und bekam aufgrund meines jungen Alters nur wenig Entscheidungsbefugnis."

Als sich Marco Erbe und Anja Rauhut im Sommer 2005 erneut trafen, war der Schritt in die Selbständigkeit schnell beschlossene Sache. In der elfmonatigen Entwicklungsphase bis zum Start des Onlineportals im September 2006 gab es aber noch einiges zu tun.

Erster Schritt: Marktanalyse
Schritt eins nach Gründungsbeginn war die Erarbeitung des Firmenkonzeptes. "Wir sammelten unsere Ideen und analysierten Konkurrenzseiten: Was wird angeboten? Was können wir besser? Wo sind Nischen? Die Ergebnisse und unsere Unternehmensziele schrieben wir im ersten Businessplan nieder", sagt die Diplom-Betriebswirtin.

Zweiter Schritt: Fördermöglichkeiten suchen

Daneben loteten die beiden Jungunternehmer ihre Fördermöglichkeiten aus. Über das Hochschulnetzwerk UNIVATIONS in Sachsen Anhalt bekamen sie Tipps für die Gründung und einen Ansprechpartner, der die Jungunternehmer bis heute in ihrer Entwicklung begleitet.

"Workshops machten uns fit in Sachen Buchhaltung und Marketing. Die Wichtigste waren aber die Hilfen für unser Finanzierungskonzept und die Kundenakquise. Die Hochschulexperten fanden unsere Schwachstellen und halfen uns, diese abzustellen."

Dritter Schritt: Businessplan anpassen
Jede Verbesserung wurde sofort in den Businessplan aufgenommen. "Schnell wuchs der Plan von anfänglich 30 Seiten auf nunmehr 120. Alle Kernbestandteile wie Grundidee, Marketing und Finanzierung sind proportional mit der Entwicklung des Portals gewachsen."

Jede neue Idee wurde mit den Marketinggegebenheiten abgeglichen. Vor allem das Portfolio und der Finanzierungsteil reiften nach Anja Rauhut schnell. "Liquiditätsanalysen, Umsatzentwicklung sowie Kosten- und Investitionsplanung verbesserten die Marktfähigkeit unserer Idee erheblich."

Vierter Schritt: ein marktfähiger Internetauftritt

Parallel zu den ersten Schritten entwickelte sich der Internetauftritt in Zusammenarbeit mit Programmierern und einem Internetdienstleister."Zu Beginn unserer Gründung im August 2005 planten wir eine reine Bewerberseite. Im Dezember wollten wir bereits einen Online-Shop für Bewerbungsmaterialien wie CDs einbinden und einen Arbeitgeberbereich mit Stellenmarkt integrieren. 2006 kam dann der Bewerbungsservice hinzu und eine eigene Produktlinie für Bewerbungsmappen aus Kartonmaterialien", sagt Anja Rauhut zu biz-AWARDS.

Businessplan-Wettbewerbe: Teilnahme genau überlegen
Um die Geschäftsidee weiter voranzubringen, nahmen die Betriebswirte an Gründerwettbewerben teil. Doch dieser Schritt sollte gut überlegt sein, so Anja Rauhut.

"Der erste Wettbewerb 'Startup' 2005 kam für uns zu früh. Das Portal war noch nicht online. So waren die Funktionsweise, Alleinstellungsmerkmale, Marketingstrategie und das Portfolio nur schwer zu vermitteln."

Anschaulichkeit verbessert die Chancen

Nach zwei weiteren frustrierenden Teilnahmen wollten die Gründer nichts mehr von Wettbewerben hören. "Doch UNIVATIONS überzeugte uns, es beim dreiphasigen Businessplanwettbewerb Sachsen-Anhalt zu versuchen", erinnert sich Anja Rauhut.

In der ersten Runde landete das junge Team wieder im Mittelfeld. Pünktlich zur zweiten Phase ging am 5. September 2006 das Portal jobmixer.de online – und IN AUDITO gewann diese Runde. "Wir waren super glücklich. Als wir dann auch die Hauptrunde und den IT-Gründerpreis gewannen, konnten wir es gar nicht fassen. Ein toller Start in das Jahr 2007."

Finanzierung gesichert, langfristig geplant

Mit den 10.000 Euro Preisgeld sichern die Gründer einen Teil ihre Finanzierung. "Bisher finanzierten wir uns ausschließlich mit Eigenkapital. Mit dem Gewinn bekamen wir Planungssicherheit und Finanzierungsgespräche mit Kapitalgebern."

Dabei reicht die Strategie bis 2011, so Anja Rauhut. "Unser Portal hat potenziell 3,4 Millionen Kunden, zum Beispiel Studenten und arbeitslose Akademiker. Kurzfristig gesehen wollen wir 1 Prozent davon ansprechen, in den nächsten fünf Jahren etwa 10 Prozent und langfristig bis 2011 etwa 20 Prozent."

In absehbarer Zeit soll dem Karriereportal ein Karrierepool und ein Stellenmarkt angegliedert werden. "Ein Schwerpunkt soll dann die Online-Rekrutierung von Fach- und Führungskräften für kleine und mittelständische Unternehmen sein."


Kontakt:
IN AUDITO | Marco Erbe & Anja Rauhut
Am Hain 37
06254 Horburg-Maßlau | Leipzig

Tel.: 03 42 04 – 70 79 77

info@inaudito.de
www.jobmixer.de

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