Innovationspreis Berlin/Brandenburg
10.000 Euro für gesunde Brücken
Kleine Geräte ganz vorn: Vier von fünf Preisen des 23. Innovationspreises gehen an kleine Entwicklungen wie ein medizinisches Ventil und ein Mikromotor für Videokameras.
PKW-groß, aber nicht weniger innovativ ist der Magnetwagen von Bernd Hillemeier, der eine von zwei Auszeichnungen für die Technische Universität Berlin gewann.
Baupathologe will mehr Bauingenieure
Der selbsternannte "Baupathologe" untersucht mit einem Magnetwagen Spannbetonbrücken auf innere Schäden und will so Brüche im Vorfeld vermeiden. "Die Jury weiß ja gar nicht, was sie getan hat: Sie hat ein Glanzlicht auf das Bauwesen geworfen", sagte der TU-Preisträger und nahm den Preisscheck in Höhe von 10.000 Euro entgegen.
Hillemeier ist Professor im Fachgebiet Baustoffe und Baustoffprüfung erhofft sich vom Gewinn Scharen neuer Studenten für das Bauwesen. "Es gibt mehr Architekten als Ingenieure in Deutschland – das gehört sich nicht! Früher hieß es: Hightech – Lowtech – Blowtech – Bautech. Heute kann das Bauingenieurwesen der Retter werden. Wenn sie jemanden kennen, der gut ist, dann schicken sie ihn zu uns."
Mikrolinsen für den besseren Durchblick
Den zweiten Preis für die TU Berlin gewannen Dr.-Ing. Stephan Schrader und Prof. Dr. Heinz Lehr vom Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik. Sie entwickelten einen neuen "Mikromotor für optische Systeme", der den Bau von hochwertigen Kleinstkameras mit einem aktiven Linsensystem ermöglicht.
Unter lautstarkem Beifall und Jubel nahmen die Sieger ihren Preisscheck entgegen. "Der Gewinn bestätigt unser integratives Konzept von Mechanik und Optik", sagte Lehr im Anschluss zu biz-AWARDS.
Wir werden uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, so der Forscher. "Wir wollen ganz bewusst neue Produkte entwickeln, weil in den letzten Jahren zu wenige aus der Forschung in den Markt kamen. Wir beteiligen uns gerade an der Entwicklung eines Mini-U-Bootes zur Erdölsuche in Ozeanen. Das wird mit Mikrotechnik gespickt sein."
Doppelter Jubel
Gleich mit zwei Preisen und dem Siegerscheck im Arm ging Christoph Miethke von der gleichnamigen GmbH nach Hause. Seine Innovation: Das anpassbare Ventil "ProSA" zur Behandlung des Hydrocephalus, zu deutsch Wasserkopf.
Zunächst gewann er einen der Hauptpreise. Kurz danach betrat der Geschäftsführer erneut die Bühne und nahm den Publikumspreis entgegen, den die Gäste kurz vor der Verleihung mit ihren Handys wählten.
Trotz weniger kurzer Sätze gab Miethke bekannt, was Innovation für ihn bedeutet: "Uns macht es Spaß weiterzudenken, was uns morgen Freude macht."
Nadelstreifen für Solarzellen
Den vierten Gewinnerscheck holte sich die Sulfurcell Solartechnik GmbH mit Geschäftsführer Dr. Nikolaus Meyer. Die Firma hat das "Dünnschichtsolarmodul aus Kupfer-Indium-Sulfid" für die fotovoltaische Energiegewinnung entwickelt, das sich optisch im Nadelstreifenlook präsentiert.
Bei der Pilotentwicklung gab es einige "Höhen und Tiefen gegeben", so Meyer auf der Bühne. "Wir haben gerade eine Krise überwunden und bleiben weiter dran an unserem Zukunftsziel wirtschaftliche Solarenergie."
Das kleine Unternehmen beschäftigt inzwischen 50 Mitarbeiter. "Im nächsten Jahr sind es vielleicht 200 und wenn wir nächstes und übernächstes Jahr erneut den Innovationspreis gewinnen, dann ...", sagte Meyer schmunzelnd und machte eine Pause. Er überließ es dem Publikum, eine höhere Zahl der Mitarbeiter zu ergänzen.
Getrübter Start in den Abend
Passend zum Thema Innovation fand die Verleihung im futuristischen Ambiente des Berliner eWerks statt. Trotz seiner knapp 600 Quadratmeter bot das ehemalige Umspannwerk kaum Platz für die schätzungsweise 700 bis 800 geladenen Gäste.
Etwas ermüdend waren der zwölfminütige Film über die Sponsoren und die Talkrunde, die die eigentliche Verleihung an die Preisträger nicht nur zeitlich in den Hintergrund schoben. So lauschten zwar zwei Drittel der Gäste der Talkrunde und der Preisverleihung auf der Bühne. Das restliche Drittel unterhielt sich aber schon nach kurzer Zeit lautstark im Hintergrund über andere Themen.
Während des Talks erzählte Jurymitglied Uwe Braun, wie es den Preisträgern des Abends ergehen könnte. Der dreimalige Gewinner des Innovationspreises erhielt nach eigenen Angaben durch den Gewinn "Anerkennung in der Welt, speziell in Asien."
PKW-groß, aber nicht weniger innovativ ist der Magnetwagen von Bernd Hillemeier, der eine von zwei Auszeichnungen für die Technische Universität Berlin gewann.
Baupathologe will mehr Bauingenieure

Der Magnetwagen in voller Länge (Foto: Innovationspreis.de)
Hillemeier ist Professor im Fachgebiet Baustoffe und Baustoffprüfung erhofft sich vom Gewinn Scharen neuer Studenten für das Bauwesen. "Es gibt mehr Architekten als Ingenieure in Deutschland – das gehört sich nicht! Früher hieß es: Hightech – Lowtech – Blowtech – Bautech. Heute kann das Bauingenieurwesen der Retter werden. Wenn sie jemanden kennen, der gut ist, dann schicken sie ihn zu uns."
Mikrolinsen für den besseren Durchblick

Dr. Schrader mit Preisscheck und Trophäe (Foto: biz-AWARDS)
Unter lautstarkem Beifall und Jubel nahmen die Sieger ihren Preisscheck entgegen. "Der Gewinn bestätigt unser integratives Konzept von Mechanik und Optik", sagte Lehr im Anschluss zu biz-AWARDS.
Wir werden uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, so der Forscher. "Wir wollen ganz bewusst neue Produkte entwickeln, weil in den letzten Jahren zu wenige aus der Forschung in den Markt kamen. Wir beteiligen uns gerade an der Entwicklung eines Mini-U-Bootes zur Erdölsuche in Ozeanen. Das wird mit Mikrotechnik gespickt sein."
Doppelter Jubel

Christoph Miethke kam mit seinen beiden Söhnen zur Verleihung (Foto: biz-AWARDS)
Zunächst gewann er einen der Hauptpreise. Kurz danach betrat der Geschäftsführer erneut die Bühne und nahm den Publikumspreis entgegen, den die Gäste kurz vor der Verleihung mit ihren Handys wählten.
Trotz weniger kurzer Sätze gab Miethke bekannt, was Innovation für ihn bedeutet: "Uns macht es Spaß weiterzudenken, was uns morgen Freude macht."
Nadelstreifen für Solarzellen

Nikolaus Meyer gewann mit neuen Solarzellen (Foto: biz-AWARDS)
Bei der Pilotentwicklung gab es einige "Höhen und Tiefen gegeben", so Meyer auf der Bühne. "Wir haben gerade eine Krise überwunden und bleiben weiter dran an unserem Zukunftsziel wirtschaftliche Solarenergie."
Das kleine Unternehmen beschäftigt inzwischen 50 Mitarbeiter. "Im nächsten Jahr sind es vielleicht 200 und wenn wir nächstes und übernächstes Jahr erneut den Innovationspreis gewinnen, dann ...", sagte Meyer schmunzelnd und machte eine Pause. Er überließ es dem Publikum, eine höhere Zahl der Mitarbeiter zu ergänzen.
Getrübter Start in den Abend
Passend zum Thema Innovation fand die Verleihung im futuristischen Ambiente des Berliner eWerks statt. Trotz seiner knapp 600 Quadratmeter bot das ehemalige Umspannwerk kaum Platz für die schätzungsweise 700 bis 800 geladenen Gäste.
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