Innovationspreis Berlin/Brandenburg
Berlin schlägt Brandenburg mit 5:2
Fünf gegen Zwei: Im Finale des 23. Innovationspreises Berlin-Brandenburg buhlen fünf Berliner und zwei Brandenburger Vorschläge um den Sieg und die Preisgelder von je 10.000 Euro.
Vor allem Forschungsvorhaben kamen in die Endrunde. Enttäuschend sind dagegen die gesunkene Teilnehmerzahl in 2006 und die wenigen Einsendungen aus den Bereichen Handwerk und Dienstleistung.
Weniger Bewerbungen, gleiche Qualität
Mit 146 Einsendungen verzeichnet der Innovationspreis 2006 ein Minus von 29 Bewerbungen gegenüber dem Vorjahr, was laut Juryvorsitz Prof. Manfred Hennecke (Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung) aber "keinerlei dramatische Schlussfolgerungen und qualitative Änderungen" nach sich zog.
Besonders die Einsendungen aus Handwerk und Dienstleistung waren stark rückläufig. Als möglichen Grund dafür nannte Gesa Noorman, PR-Managerin des Veranstalters Golz & Friends gegenüber biz-AWARDS: "Vielleicht ist die Hemmschwelle zu groß. Trotz des Sieges von Tischlermeister Olaf Thiede 2005 und unserer verstärkten Publicity auf Messen scheinen sich viele Handwerker und Dienstleister keine großen Chancen auszurechnen."
"Ein weiterer Grund könnte die Umstellung auf die elektronische Bewerbung gewesen sein", so Noorman gegenüber biz-AWARDS weiter. "Viele Tüftler und Erfinder der alten Garde sind sicherlich durch die elektronische Bewerbung abgeschreckt worden."
Baupathologe trifft Handy-TV
Von Brückenmessung über Nano-Trägersysteme für kosmetische Wirkstoffe bis hin zum neuen DVB-H-Standard: Das Betätigungsfeld der Finalisten ist breit gestreut.
Gleich zweimal unter den besten Sieben ist TU Berlin vertreten. Zum einen mit einem Mini-Antrieb für optische Systeme vom Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik. Zum anderen mit einem mobilen Messsystem zur Analyse von Brückenplatten.
Dieses arbeitet mit Impulsmagnetisierung und soll die bisherige, mehrwöchige Analysezeit auf ein Stundenmaß verkürzen. Entwickelt wurde das System von Professor Bernd Hillemeier. Der Professor am Fachgebiet Baustoffe und Baustoffkomprimierung der TU Berlin bezeichnete sich auf der Pressekonferenz zur Nominierung selbst als "Baupathologen, der sich um die Gesundheit der Bauwerke kümmert, speziell des Spannstahls in Brücken."
Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, auf die Bedeutung des Ingenieurwesens für die Zukunft hinzuweisen. "Uns bringen nur Grundlagen wie Mathematik und Naturwissenschaften weiter und keine Lesefächer.", erzählt Hillemeier im Interview mit biz-AWARDS. "Wir haben viel zu wenige Bauingenieure in Berlin und ganz Deutschland. Die Bodenschätze im Kopf müssen gefördert werden. Dafür ist eine berufs- und praxisnähere Ausbildung ist notwendig."
Trotz des forschen Auftretens rechnet sich Hillemeier aber keine Topplatzierung aus, wie er biz-AWARDS erzählt. "Ich schätze unsere Chancen nicht so gut ein. Wir sind nicht so medienkompatibel wie zum Beispiel Anwendungen zu Multimedia und erwecken weniger allgemeines Interesse."
Eine solche Anwendung ist die Arbeit des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts. Mit dem DVB-H-Standard - Kompressionsverfahren mit statistischem Multiplex zur Videokodierung – sollen zukünftig 14 statt 9 Fernsehprogramme auf das Handy übertragbar sein. Das Verfahren ist bereits marktfähig und soll in Kooperation mit Rohde & Schwarz Handy-TV vertrieben werden.
Die weiteren Kandidaten auf die Siegerplätze kommen aus den Bereichen Industrieelektronik, Medizintechnik, kosmetische Trägerstoffe und Solarmodule.
Finale am 1. Dezember
Verliehen wird der Innovationspreis am 1. Dezember in Berlin. Maximal fünf der sieben Kandidaten werden ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro. Laut Manfred Hennecke hat die Jury schon eine "Untermenge" gebildet, aber vor der Preisverleihung wird "nicht mal die Zahl der Preisträger bekannt gegeben."
Die sieben Nominierten auf einen Blick
TU Berlin – Fachgebiet Baustoffe und Baustoffprüfung
"Mobiles Messsystem zur Spanndrahtbruchortung in Querspanngliedern von Brückenplatten"
Prof. Dr.-Ing. B. Hillemeier
www.baustoffe.tu-berlin.de
LJU Industrieelektronik, Groß Glienicke
"Intelligentes, schienengebundenes Transportsystem für Bewegungen auf mehreren Ebenen"
D. Habinger
www.ljuonline.de
Chemisches Laboratorium Dr. Richter GmbH (CLR), Berlin
"NanoLipid-Trägersystem für Wirkstoffe"
D. Borchert
www.clr-berlin.de
Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, Berlin
"DVB-H Playout mit statistischem Multiplex"
Dr. Ralf Schäfer
http://ip.hhi.de
Christoph Mietke GmbH & Co. KG, Potsdam
"proSA – neuartiges Ventil zur Behandlung des Hydrocephalus, das sich dem Wachstumsprozess (des Kleinkindes) anpasst"
Christoph Mietke
www.miethke.com
TU Berlin – Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik
"Miniaturisierter Linearantrieb für optische System"
Dr.-Ing. Stephan Schrader
www.fmt.tu-berlin.de
Sulfurzell Solartechnik GmbH, Berlin
"Dünnschichtsolarmodule aus Kupfer-Indium-Sulfid"
Dr. Nikolaus Meyer
www.sulfurcell.de
Vor allem Forschungsvorhaben kamen in die Endrunde. Enttäuschend sind dagegen die gesunkene Teilnehmerzahl in 2006 und die wenigen Einsendungen aus den Bereichen Handwerk und Dienstleistung.
Weniger Bewerbungen, gleiche Qualität
Mit 146 Einsendungen verzeichnet der Innovationspreis 2006 ein Minus von 29 Bewerbungen gegenüber dem Vorjahr, was laut Juryvorsitz Prof. Manfred Hennecke (Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung) aber "keinerlei dramatische Schlussfolgerungen und qualitative Änderungen" nach sich zog.
Besonders die Einsendungen aus Handwerk und Dienstleistung waren stark rückläufig. Als möglichen Grund dafür nannte Gesa Noorman, PR-Managerin des Veranstalters Golz & Friends gegenüber biz-AWARDS: "Vielleicht ist die Hemmschwelle zu groß. Trotz des Sieges von Tischlermeister Olaf Thiede 2005 und unserer verstärkten Publicity auf Messen scheinen sich viele Handwerker und Dienstleister keine großen Chancen auszurechnen."
"Ein weiterer Grund könnte die Umstellung auf die elektronische Bewerbung gewesen sein", so Noorman gegenüber biz-AWARDS weiter. "Viele Tüftler und Erfinder der alten Garde sind sicherlich durch die elektronische Bewerbung abgeschreckt worden."
Baupathologe trifft Handy-TV
Von Brückenmessung über Nano-Trägersysteme für kosmetische Wirkstoffe bis hin zum neuen DVB-H-Standard: Das Betätigungsfeld der Finalisten ist breit gestreut.
Gleich zweimal unter den besten Sieben ist TU Berlin vertreten. Zum einen mit einem Mini-Antrieb für optische Systeme vom Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik. Zum anderen mit einem mobilen Messsystem zur Analyse von Brückenplatten.
Dieses arbeitet mit Impulsmagnetisierung und soll die bisherige, mehrwöchige Analysezeit auf ein Stundenmaß verkürzen. Entwickelt wurde das System von Professor Bernd Hillemeier. Der Professor am Fachgebiet Baustoffe und Baustoffkomprimierung der TU Berlin bezeichnete sich auf der Pressekonferenz zur Nominierung selbst als "Baupathologen, der sich um die Gesundheit der Bauwerke kümmert, speziell des Spannstahls in Brücken."
Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, auf die Bedeutung des Ingenieurwesens für die Zukunft hinzuweisen. "Uns bringen nur Grundlagen wie Mathematik und Naturwissenschaften weiter und keine Lesefächer.", erzählt Hillemeier im Interview mit biz-AWARDS. "Wir haben viel zu wenige Bauingenieure in Berlin und ganz Deutschland. Die Bodenschätze im Kopf müssen gefördert werden. Dafür ist eine berufs- und praxisnähere Ausbildung ist notwendig."
Trotz des forschen Auftretens rechnet sich Hillemeier aber keine Topplatzierung aus, wie er biz-AWARDS erzählt. "Ich schätze unsere Chancen nicht so gut ein. Wir sind nicht so medienkompatibel wie zum Beispiel Anwendungen zu Multimedia und erwecken weniger allgemeines Interesse."
Eine solche Anwendung ist die Arbeit des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts. Mit dem DVB-H-Standard - Kompressionsverfahren mit statistischem Multiplex zur Videokodierung – sollen zukünftig 14 statt 9 Fernsehprogramme auf das Handy übertragbar sein. Das Verfahren ist bereits marktfähig und soll in Kooperation mit Rohde & Schwarz Handy-TV vertrieben werden.
Die weiteren Kandidaten auf die Siegerplätze kommen aus den Bereichen Industrieelektronik, Medizintechnik, kosmetische Trägerstoffe und Solarmodule.
Finale am 1. Dezember
Verliehen wird der Innovationspreis am 1. Dezember in Berlin. Maximal fünf der sieben Kandidaten werden ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro. Laut Manfred Hennecke hat die Jury schon eine "Untermenge" gebildet, aber vor der Preisverleihung wird "nicht mal die Zahl der Preisträger bekannt gegeben."
Die sieben Nominierten auf einen Blick
TU Berlin – Fachgebiet Baustoffe und Baustoffprüfung
"Mobiles Messsystem zur Spanndrahtbruchortung in Querspanngliedern von Brückenplatten"
Prof. Dr.-Ing. B. Hillemeier
www.baustoffe.tu-berlin.de
LJU Industrieelektronik, Groß Glienicke
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D. Habinger
www.ljuonline.de
Chemisches Laboratorium Dr. Richter GmbH (CLR), Berlin
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D. Borchert
www.clr-berlin.de
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