Travel ONE Gründerpreis

"explore&help" lässt Kunden reisen und spenden


Als Reisevermittler verbinden Sven Mangels und Henning Prox, beide Geschäftsführer von explore&help, gewöhnliche Urlaubsreisen mit Engagement für Hilfsprojekte. Für das in Deutschland einzigartige Unternehmen erhalten sie den Travel One Gründerpreis.


Die Idee für das Projekt hatte Mangels vor rund zwei Jahren. "Ich habe bis Ende 2005 in England gelebt und war dort als Berater für Hilfsorganisationen tätig," sagt Sven Mangels gegenüber biz-AWARDS. Dadurch habe er mitbekommen, wie dort Fundraising betrieben wird: "Eine Möglichkeit ist eben das Reisen - das heißt, Menschen reisen mit Hilfsorgansiationen und zahlen neben dem Reisepreis eine Spendensumme." In England sei dieser Charity-Gedanke schon wesentlich ausgeprägter, erklärt Mangels weiter. "Da geben auch Freunde und Bekannte Gelder zu, wenn jemand eine solche Reise unternimmt. Das heißt, dass man die Spende nicht allein trägt, sondern die Spende von Freunden unterstützt wird."

Kultureller Austausch auf Augenhöhe
Der konkrete Einsatz von Spenden ist einmalig: "Bei uns entsteht ein direkter Bezug vom Spender zur Hilfsorganisation. Optimal ist, wenn die Reisegruppe auch sehen kann, wie ihre Spenden eingesetzt werden." Dabei fließt die jeweilige Spendensumme direkt an das entsprechende Hilfsprojekt. "Wir stehen also nicht als Spendensammler dazwischen und verteilen diese dann an die Organisationen. Die Spende der Reisenden wird direkt für ein konkretes Projekt in einem konkreten Land eingesetzt," erklärt Mangels. Den Reisenden steht die Möglichkeit offen, dieses Projekt auf ihrer Urlaubsreise zu besuchen. "Die Leute können sich dann mit den Menschen vor Ort austauschen. Es geht dann nicht mehr nur darum, Geld zu geben, sondern auch darum, die Kultur kennen zu lernen und zu wissen, wofür das Geld eingesetzt wird."

Sinnvolle Projekte
Seit Januar 2005 hat Mangels Hilfsorganisationen kontaktiert: "Es hat etwa ein Jahr gedauert, bis wir etwa 10-15 Organisationen gefunden haben, die für uns Frage kammen." Das Thema "Tourismus" sei für derartige Organisationen ein schwieriges Thema, erklärt Mangels. "Es sind auch nicht alle Projekte sinnvoll und bieten sich als Projektreisen an. Wir mussten also stark selektieren."

Um sich für die richtigen Projekte entscheiden zu können, besuchen Mangels und seine Kollegen die Organisationen und informieren sich über die Projekte in verschiedenen Ländern. "Sobald wir ein Projekt gefunden haben, welches zu bereisen ist, wenden wir uns an Reiseveranstalter, die sich auf Reisen in die entsprechenden Länder spezialisieren."
Die Bandbreite ist groß: "Vor kurzem hatten wir eine Anfrage eines Massai-Krieger, der zu uns im Büro nach Hamburg gekommen war. Nun arbeiten wir mit ihm gemeinsam eine Reise in sein Massai-Dorf nach Kenia aus."

Nicht nur für Privatleute
Das Unternehmen bietet die Reisen in zwei Bereichen an: für Privatleute und für Firmen. Der Schwerpunkt liege jedoch auf Privatreisen. "Da der deutsche Staat sich mehr und mehr aus der sozialen Verantwortung zieht und das soziale Gleichgewicht nicht mehr gewahrt bleibt, steigt der Anspruch an Firmen sich mehr zu engagieren."

Firmen interessieren sich häufig für Mitarbeiterreisen beziehungsweise so genannte Belohnungsreisen für ihre Mitarbeiter. explore&help stellt dabei eine Brücke zwischen Hilfsorganisationen und den Firmen dar: "Viele Firmen wollen sich gern engagieren, wissen aber nicht, welche Projekte für sie in Frage kommen", erklärt Mangels. "Wir suchen für die Firma ein soziales Thema, schauen, wo die Firma affin ist und überprüfen, welche Aktivität und Spendenmöglichkeiten sich damit verbinden lassen."

Die Kunden von "explore&help" seien begeistert von ihren Reisen: "Und weil die Kunden den direkten Bezug zu dem entsprechenden Hilfsprojekt haben, sind sie oft auch nach der Reise bereit, weiterhin zu spenden."

www.exploreandhelp.de

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