Mutmacher der Nation

Späth: "Warum Unternehmer weitermachen"


Hochkarätige Festredner aus Politik und Wirtschaft, tolles Essen und hinreißende Erfolgsgeschichten – Im Berliner Event-Zelt Tipi präsentierten sich die Mutmacher der Nation in einer stimmungsvollen Gala. biz-AWARDS berichtet aus dem Zelt der Mutigen.


Schwierige Aufgabe für Späth

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Volker Schubert holt den ersten Preis nach Sachsen-Anhalt.

1988 gründete Volker Schubert seinen Elektroinstallationsbetrieb und ließ sich dabei weder von den widrigen Bedingungen des unternehmerkritischen DDR-Regimes, noch von der Amputation seines Oberschenkels nach einem Motorradunfall aufhalten.

Den Preis überreichten die Schirmherren des Mutmachers, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sowie der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Lothar Späth (CDU).

Späth bezeichnete seine Aufgabe an diesem Abend als schwierig.

Während der unmittelbar aus den Koalitionsverhandlungen gekommene Ministerpräsident Wulff in seiner Rede das Essen loben durfte, nahm sich Späth einer Frage an:

"Ich muss erklären, warum Unternehmer weitermachen, obwohl die Politik noch in Koalitionsverhandlungen steckt", sagte Späth – das Publikum, darunter die 16 Landessieger der Aktion Mutmacher der Nation, dankte Späth seine ironische Frage mit Applaus.

Späth: "Vorschriften abbauen"

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Lothar Späth (CDU), "Die Leute machen lassen"


Der bald 68-jährige Späth sprach sich dafür aus, Fehler und Misserfolge zu akzeptieren. In Deutschland sei man viel zu ängstlich.

Man dürfe nicht erwarten, dass die Politik die Menschen behüte, sondern man müsse Regeln und Vorschriften abbauen.

Es sei Aufgabe der Politik, ein Umfeld für Unternehmer zu schaffen, in dem sich die Menschen frei entfalten könnten.

Späth sprach zum Beispiel über die komplizierte Steuerpolitik, die es Gründern unmöglich mache, wichtiges Eigenkapital aufzubauen.

"Es wäre gut, wenn man die Leute nach der Gründung machen lässt, und sie nicht durch das Finanzamt unter Druck setzt", sagte Späth.

Damit war der Politik auch schon genug. Der restliche Abend gehörte den Mutmachern.

In Kurzfilmen präsentierten sich die Unternehmer dem Publikum. Dann folgte die feierliche Übergabe der Preise.

Der zweite Preis ging an Angelika Reichelt aus dem niedersächsischen Sande. Reichelt leitet einen Versandhandel für Elektronikteile. 1990 kaufte sie das Unternehmen von ihrem geschiedenen Mann.

Unternehmenskauf vom Ex-Mann

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Reichelt: "Stärken stärken"

Reichelt hatte zwar keine Ahnung von Elektronik, wie sie selbst sagt, aber sie brachte das Unternehmen dennoch voran.

"Ich habe mir überlegt, was ich wirklich gut kann, und diese Stärken habe ich genutzt." Reichelt sagt, sie könne gut organisieren, und genau das habe dem Logistikunternehmen genützt.

Den Dritten Preis teilten sich zwei Unternehmer. Die Sponsoren des Mutmachers, die "Bürgschaftsbanken in Deutschland", hatten das Preisgeld kurzerhand aufgestockt.

Und so bekamen beide Drittplatzierten die 3.000 Euro. Fleischermeisterin Claudia Scheffler aus Grießbach in Sachsen bekam einen der beiden dritten Preise.

Zwei Drittplatzierte mit aufgestocktem Preisgeld

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Claudia Scheffler aus Sachsen bedankt sich bei Ihrem Mann für die Unterstützung.

Als die Metzgerei ihrer Eltern vor der Insolvenz stand, zögerte sie nicht lange. Die 29-Jährige führte das Unternehmen weiter, obwohl sie zu dieser Zeit noch im Mutterschutz war.

Was das Wichtigste sei, das sie als Unternehmerin voran gebracht habe, fragte n-tv-Moderatorin Beate Hoffbauer die glückliche Claudia Scheffler. Ihr Mann habe ihr geholfen und deswegen habe sie nicht aufgegeben.

Ebenfalls auf Rang drei: Olaf Schnelle und Ralf Hiener, Gründer der Essbare Landschaften GmbH aus Süderholz in Mecklenburg-Vorpommern. Beide züchten Wildkräuter für die Gourmetküche.

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