Innovationspreis Berlin/Brandenburg

Was bringt der Preis?


Im Rahmen der Berliner Wirtschaftsgespräche, einer Sendung des Inforadios Berlin Brandenburg, trafen sich gestern Abend Verantwortliche und Gewinner des Innovationspreises Berlin Brandenburg. Sie diskutierten unter anderem: Was bringt der Preis? biz-AWARDS war dabei.


Zwei riesige Kronleuchter erhellen die ehemalige Kapelle des Berliner Kreiskrankenhauses Teltow. Durch die spätherbstliche 20.00Uhr-Dunkelheit lockt das sakrale Gebäude mit goldgelbem Licht. "Sie können den Saal gar nicht verfehlen", sagte der Pförtner am Tor zu den denkmalgeschützten Gebäuden der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

BAM-Präsident Manfred Hennecke ist auch Vorsitzender der Jury des Innovationspreises. Hennecke eröffnet die Diskussion um die Errungenschaften des Preises mit einem kurzen Referat darüber, was Innovation ist.

Was macht innovativ?

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BAM-Präsident Manfred Hennecke wünscht sich mehr Innovationen aus dem Dienstleistungsbereich

Innovation passiere dann, so Hennecke, wenn Menschen bestimmte Eigenschaften hätten: Sie müssten schöpferisch denken, leistungsorientiert handeln, frei und kommunikativ sein. Nur wer über seine Neuerungen spreche, so Hennecke, habe auch Erfolg.

Zwei gesprächsbereite Gewinner des Innovationspreises sitzen auf dem Podium: Thomas Erfert, Sprecher der Uwe Braun GmbH und zweimaliger Gewinner des Innovationspreises sowie Christine Kreiner, Geschäftsführerin der Acri-Tec GmbH und Preisträgering 2001.Hennecke: "16 Menschen treffen eine Entscheidung." - Wie eine Jury den Sieger bestimmt

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Christine Kreiner: "Mit dem Innovationspreis kamen die Banken."

Reputation bei Banken

Christine Kreiner nutzt zum Beispiel den Kurzfilm, in dem sich die Preisträger präsentieren und der von den Veranstaltern gesponsert wird. Der Film sei perfekt für ihre Präsentationen und Vorträge geeignet. Jeder Kunde erhalte so einen Film.

Aber wichtiger als der Film und als das Preisgeld sei der Gewinn an Reputation durch den Innovationspreis. Der Preis helfe zum Beispiel bei den Banken. Christine Kreiner hatte seit der Gründung des 1997 gegründeten Medizintechnikunternehmens Acri.Tec bis 2001 alles selbst finanziert. "Doch irgendwann war Ende der Fahnenstange", sagte Kreiner.

Für weitere Finanzierungen nutzte sie Bankkredite. Es sei mit dem Innovationspreis im Hintergrund nicht schwer gewesen, Investoren zu finden: "Mit dem Innovationspreis kamen die Banken", sagt Kreiner.

Der zweite Unternehmer in der Runde bestätigt Kreiner: Thomas Erfert spricht aus Sicht des Automobilzulieferers Uwe Braun GmbH. Braun liefert unter anderem optische Sicherheitssysteme für die Automobilindustrie.Betrug beim Preisgeld? Artikel vom 01.08.2005

Rückenwind bei Kundenakquise

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Thomas Erfert: "In China ist man ganz heiß auf Preise."

Laut Erfert hilft der Innovationspreis, neue Kunden zu gewinnen. "Wenn ich einen Vortrag halte, dann weiß jeder, dass ich nicht neutral über unsere Produkte spreche. Aber der Innovationspreis ist ein Signal: Die Auszeichnung von einer neutralen Institution hilft uns."

Speziell in China seien die Kunden besonders aufmerksam für solche Auszeichnungen. "In China ist man ganz heiß auf Preise", sagt Erfert.

In Deutschland scheint sich die Aufmerksamkeit für Business-Wettbwerbe in Grenzen zu halten. Sowohl Erfert, als auch Christine Kreiner wünschen sich mehr Resonanz in den Medien auf ihren Sieg. Man solle die Medienarbeit nach der Preisverleihung intensivieren, sagt Kreiner.

Medienarbeit ist die Aufgabe von Jürgen Golz, Geschäftsführer der Eventagentur Golz + Friends, die den Innovationspreis im Auftrag des Brandenburgischen Wirtschaftsministeriums ausrichtet.

Bandenwerbung bei der WM 2006?

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Jürgen Golz: "Wir müssen jeden Journalisten einzeln überzeugen."

Die Preisveranstaltung habe viel mit Überzeugungsarbeit zu tun, sagt Golz. Die Journalisten könne man eben nicht zwingen, über den Innovationspreis zu berichten. Vielmehr müsse er jeden Journalisten einzeln überzeugen.

Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Innovationspreis besser zu vermarkten, kam auch die Fußballweltmeisterschaft 2006 ins Gespräch. Schließlich sei der ultimative Sport-Event in Berlin, womit die Hauptstadt einmal mehr ins Zentrum weltweiten Interesses rücke.

So bot der Abend noch Raum für Innovation, auch wenn sich Golz sein Lächeln nicht verkneifen konnte als er in die Runde fragte: "Sollen wir Bandenwerbung machen oder lieber den Rasen mit dem Innovationspreislogo präparieren?"

Das Inforadio sendet das Berliner Wirtschaftgespräch am Sonntag um 20.00 Uhr.

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