Gründerwettbewerb - IKT Innovativ (ehem. Mit Multimedia erfolgreich starten)

Weingeschmack auf dem Display


Wie der Geschmack eines Weißburgunder Spätlese 2004 als Bild aussieht, kann Alf Jahn sagen. biz-AWARDS traf den Gründer von "Virtuelle Weinverkostung" auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin, wo Jahn die 25.000 Euro Preisgeld beim "Gründerwettbewerb – Mit Multimedia erfolgreich starten" entgegen nahm.


Alf Jahn nimmt sich zur Veranschaulichung ein Weinglas vom Tablett der einer Hostess und zieht ein Mobiltelefon aus seiner Tasche. Auf dem Display wabern farbige Symbole vor einem grüngelben Hintergrund.

"Sie sehen eine Pfefferschote, einen Weinbergspfirsig und grünen Apfel. Das sind die Hauptgeschmacksanteile vom Weißburgunder Spätlese" sagt Jahn. Der grüngelbe Hintergrund auf dem Display charakterisiere die Fruchtigkeit des Weines. Denkbar seien Farben von wässrig bis bernsteinfarben, das für einen holzigen Geschmack stünde.

Die virtuelle Weinverkostung macht es laut Jahn auch Nichtexperten möglich, die Geschmackscharakteristik eines Weines beurteilen zu können und zwar bevor man die Flasche kauft. "Viele Nichtexperten wählen nach Kriterien wie Herkunft oder Flaschenform. Aber das sind Größen, die nichts über den Geschmack des Weines aussagen", sagt Jahn.

Winzer oder auch Verbrauchermärkte könnten Interesse an der virtuellen Weinverkostung haben. Denn die Kunden bekämen eine Entscheidungshilfe. Gerade für junge Leute sei die animierte Grafik eine Hilfe beim Kauf. Jahn arbeitet mit professionellen Weinverkostern, sog. Degustatoren zusammen, die die Weine geschmacklich für ihn einschätzen.

Gebrauchsanleitung war gestern
Ebenfalls 25.000 Euro gewann Stefan Prange für sein Projekt TingDeDong. TingDeDong soll gedruckte Gebrauchsanleitungen unnötig machen. Kleine Helfer in der Benutzerführung eines elektronischen Gerätes machen es einfacher, moderne Geräte und neue Dienste zu verstehen.

An seinem Mobiltelefon zeigt Prange, wie das funktioniert: "Stellen Sie sich vor, Sie haben ein neues Handy. Der Provider bemerkt, dass Sie die technischen Möglichkeiten nicht ausschöpfen. Dann erscheint z.B. ein kleines Männchen und fragt: Lieber Nutzer, weißt du eigentlich, dass du auch eMails versenden kannst? Und dann zeigt das Männchen dem Nutzer, wie es geht."

Die persönliche Zeitung
Im Januar können Sie vielleicht schon Ihre persönliche Zeitung bestellen. Für "PersonalNews" nahmen Gregor Dorsch und Thomas Groeneveld den dritten Hauptpreis und damit ebenfalls 25.000 Euro.

PersonalNews startet zunächst in Augsburg, denn laut Gründer Gregor Dorsch schafft es ein Medium überall, wenn es in Augsburg erfolgreich ist. Die personalisierte Zeitung wird ca. 2,50 Euro kosten.

Die einzelnen Teile bestellt sich der Leser über Internet. Die Zeitung bekommt er jedoch in gedruckter Form.

Die Inhalte bekommen Dorsch und seine Kollegen von Medienpartnern wie Stern oder Fokus. Das Interesse dieser "Inhalts-Lieferanten" sei es, neue Lesergruppen zu erschließen.

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