Innovationspreis Berlin/Brandenburg
50.000 Euro : 3 = 10.000 Euro?
"Manager verklagt das Land Brandenburg" – so titelt die Tageszeitung DIE WELT in einer Meldung vom 29. Juli. Das Preisgeld sei nur teilweise an einen der drei Gewinner des Innovationspreises Berlin/Brandenburg ausgezahlt worden. Was wirklich geschah:
Weiss: "10.000 Euro sind zu wenig"
Tilman Weiss siegte beim Innovationspreis Berlin/Brandenburg 2004. Seine Firma, sglux, gewann als einer von drei Siegern 10.000 Euro Preisgeld – zu wenig, sagt Weiss: "In der Ausschreibung des Landes Brandenburg wurden 50.000 Euro Siegprämie genannt, die unter den Gewinnern verteilt würden."
Verklagt habe er das Land Brandenburg jedoch nicht. Lediglich eine schriftliche Anfrage richtete der Unternehmer an die zuständige Stelle.Der Artikel in DIE WELT
Kammradt: "Keine Klage eingegangen"
Der Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums des Landes Brandenburg, Steffen Kammradt, bestätigt Weiss: "Eine Klageschrift ist bei uns nicht eingegangen."
Weiss’ schriftliche Anfrage habe das Ministerium beantwortet. Weiss ist nach Meinung Kammradts der erste Preisträger, der die Ausschreibung missverstanden habe.
"Jeder Gewinner bekommt 10.000 Euro. Mit den 50.000 Euro maximaler Siegprämie geben wir der Jury des Innovationspreises den Spielraum, bis zu fünf Gewinner auszuzeichnen", sagt Kammradt.
"Um sicherzustellen, dass Mißverständnisse künftig absolut ausgeschlossen sind, wurde für den nachfolgenden Innovationspreis 2005 die Ausschreibung präzisiert", sagt Kammradt.Macht Innovation erfolgreich? Erfolgsgeschichten und Schlusslichter der letzten Jahre Innovationspreis
Hennecke: "Preisgeld nicht überbewerten"
Für den Juryvorsitzenden des Innovationspreises, Manfred Hennecke, ist die Beschwerde Weiss’ keine Schlagzeilen wert.
"Der Senat hat entschieden, dass höchstens 10.000 Euro pro Gewinner ausgezahlt werden. Aber man darf das Preisgeld nicht überbewerten: Allein die Produktion der Video-Clips für die Gewinner kostet den Veranstalter ca. 10.000 Euro pro Film. Und die Vermarktung des Preises kann einen größeren Mehrwert bedeuten, als das Preisgeld", sagt Hennecke.
Das Marketing mit der Trophäe ist ebenfalls ein Reizthema für Weiss: "Marketingmäßig hat uns der Preis nichts gebracht." Dennoch: Der Veranstalter argumentiere mit einer Studie zum Innovationspreis: "Der Impact des Preises soll so gewaltig sein, dass das Preisgeld sekundär sein soll", sagt Weiss.
Golz: "Vermarktung ist Sache des Unternehmers"
Weiss’ Marketing-Misserfolg schreibt Innovationspreis-Veranstalter Jörgen Golz dem Unternehmer zu. Der Geschäftsführer der Event-Agentur Golz + Friends sagt: "Die Vermarktung des Preises ist Sache des Unternehmers."
Die Kritik am Innovationspreis sei auch eine menschliche Enttäuschung, sagt Golz. "Wir haben den Falschen ausgezeichnet. Wir wollen, dass die Unternehmer unsere Plattform nutzen. Wenn Sie das nicht tun, schadet das auch dem Ansehen des Preises."
Bislang prämiere der Innovationspreis die "Innovationshöhe", also den Neuerungswert des Produktes oder der Dienstleistung, sowie das Marktpotenzial, sagt Golz: "Vielleicht sollten wir in Zukunft auch das Unternehmerteam hinter der Innovation in die Bewertung aufnehmen."
Weiss: "10.000 Euro sind zu wenig"

Verklagt habe er das Land Brandenburg jedoch nicht. Lediglich eine schriftliche Anfrage richtete der Unternehmer an die zuständige Stelle.Der Artikel in DIE WELT
Kammradt: "Keine Klage eingegangen"

Weiss’ schriftliche Anfrage habe das Ministerium beantwortet. Weiss ist nach Meinung Kammradts der erste Preisträger, der die Ausschreibung missverstanden habe.
"Jeder Gewinner bekommt 10.000 Euro. Mit den 50.000 Euro maximaler Siegprämie geben wir der Jury des Innovationspreises den Spielraum, bis zu fünf Gewinner auszuzeichnen", sagt Kammradt.
"Um sicherzustellen, dass Mißverständnisse künftig absolut ausgeschlossen sind, wurde für den nachfolgenden Innovationspreis 2005 die Ausschreibung präzisiert", sagt Kammradt.Macht Innovation erfolgreich? Erfolgsgeschichten und Schlusslichter der letzten Jahre Innovationspreis
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"Der Senat hat entschieden, dass höchstens 10.000 Euro pro Gewinner ausgezahlt werden. Aber man darf das Preisgeld nicht überbewerten: Allein die Produktion der Video-Clips für die Gewinner kostet den Veranstalter ca. 10.000 Euro pro Film. Und die Vermarktung des Preises kann einen größeren Mehrwert bedeuten, als das Preisgeld", sagt Hennecke.
Das Marketing mit der Trophäe ist ebenfalls ein Reizthema für Weiss: "Marketingmäßig hat uns der Preis nichts gebracht." Dennoch: Der Veranstalter argumentiere mit einer Studie zum Innovationspreis: "Der Impact des Preises soll so gewaltig sein, dass das Preisgeld sekundär sein soll", sagt Weiss.
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