Gründungsförderung
Mit professionellen Businessplänen Gründer auf Erfolgskurs bringen
Ein Gastbeitrag von Nicole Ziesche, Dresden exists
Was haben Zahnpasta in Tuben, Teeaufguss-Beutel und Büstenhalter gemeinsam? Sie wurden in Dresden erfunden. Bis zum Jahr 1945 kamen die meisten deutschen Erfindungen aus Dresden und Umgebung. Heute sind die Dresdner Hochschulen und Forschungseinrichtungen wieder bedeutende Ideen- und Patentschmieden – weil sie ihre Ausgründungen gezielt fördern.
Am Beispiel zweier Gründungsvorhaben – Megalloys und veriTAG – soll erläutert werden, wie dieser Prozess strukturiert ist. Unterstützt werden die Vorhaben von Dresden exists, der Gründungsinitiative der Dresdner Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Megalloys und veriTAG
Megalloys und das Team veriTAG sind mit unterschiedlicher Motivation und Voraussetzung in die Betreuung von Dresden exists eingestiegen.
Megalloys ist ein Forschungs- und Transferprojekt der Dresdner Leibniz-Einrichtung, bei dem Forschungsergebnisse wirtschaftlich umgesetzt werden sollen. Das Ziel: eine neue Werkstoffklasse – so genannte metallische Gläser – in die kommerzielle Nutzung zu überführen.
veriTAG entwickelt dagegen eine Geschäftsidee der Technischen Universität Dresden zur Marktreife. Dazu nutzt das junge Unternehmen die RFID-Technik zur Echtheitsprüfung. Das entwickelte System ermöglicht es, die Echtheit von Produkten wie etwa Marken-Turnschuhen oder Medikamenten einwandfrei zu prüfen.

Beide Teams benötigten ein tragfähiges Geschäftskonzept (Businessplan). Dieses galt es zu entwickeln.
An erster Stelle: intensive Betreuung und Grundlagen
An erster Stelle stand dabei die Betreuung der Gründungen. Auf dem Weg in die Selbständigkeit wurde kontinuierlich an der Professionalisierung der Businesspläne gearbeitet.
Zu Beginn der Betreuung wurde analysiert, welche konkreten Weiterbildungs- und Coaching-Maßnahmen die betreuten Gründungsvorhaben benötigen. Daraus entstand jeweils ein individueller Meilensteinplan.
Die wichtigsten Grundlagen unternehmerischer Fähigkeiten lernten die Gründungsvorhaben in den Qualifizierungsveranstaltungen zu BWL, Marketing, Recht und Finanzierung.
Ein weiterer Baustein: Workshops und Seminare
Ergänzt wurde das Programm von einem zweitägigen Workshop inklusive Rollenspiel. VeriTAG und Megalloys trainierten das Vertriebsgespräch mit potenziellen Vertriebspartnern, um Herausforderungen ihrer technologie-orientierten Gründung zu meistern.
Die Workshops wurden per Video ausgewertet. Dadurch konnten die Gründer gezielt an ihren persönlichen Fähigkeiten arbeiten.
Begleitend zu den Workshops / Seminaren wurden einzelne Bausteine des Businessplans ausgearbeitet. Hierfür speisten die Gründer ihre Geschäftsideen in ein Businessplan-Seminar ein, das in Zusammenarbeit mit dem SAP-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der TU Dresden durchgeführt wird.
Christian Eichhorn vom Team Megalloys: "Durch die Zusammenarbeit mit den Studierenden konnten wir unseren Businessplan schnell professionalisieren und gewannen sogar noch wertvolle Anregungen."
Businessplan-Wettbewerb als Gütesiegel
Den gemeinsam erstellten Businessplan reichte Megalloys zur dritten Stufe des futureSAX-Businessplan-Wettbewerbs ein. Der Lohn: der zweite Platz und 10.000 Euro in der Kategorie Gründen. "Die harte Arbeit am Businessplan hat sich gelohnt", sagt Eichhorn. "Durch die Teilnahme haben wir für die Gründungsfinanzierung und strategische Unternehmensplanung sehr konstruktive Hinweise von den Juroren erhalten."

Außerdem gebe es die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen und Juroren, die das Gründungsvorhaben als Mentoren weiterhin unterstützen. Jetzt gehe es an die Vorbereitungen für die Unternehmensgründung.
Eine erfolgreiche Teilnahme kann die Türen zu weiteren Finanzierungsmöglichkeiten öffnen, denn sowohl private als auch öffentliche Investoren schätzen die Qualität des Wettbewerbs mittlerweile wie eine Art Gütesiegel.
Die Teilnahme erleichtere zum Beispiel den Zugang zu Unternehmensnetzwerken. Deshalb setzen wir bei Dresden exists alles daran, die Gründungsprojekte über aktuelle Businessplan- und Gründer-Wettbewerbe zu informieren und zur Teilnahme anzuregen – etwa bei futureSAX und überregional bei Weconomy sowie start2grow.
So gewann Megalloys auch beim Gründer-Wettbewerb WECONOMY und bekam die Möglichkeit, an einem Wochenende mit erfahrenen Geschäftsführern der wichtigsten deutschen Unternehmen zusammenzutreffen.
Junge Unternehmer geben ihr Wissen weiter
Auch die inzwischen gegründete veriTAG GbR profitierte von der Teilnahme an Businessplan-Wettbewerben – und gibt das erworbene Wissen an neue Gründungen weiter.
Das Team wurde im vergangenen Jahr beim futureSAX in der Kategorie "Gründen" ausgezeichnet. Seitdem wird veriTAG als Referent in die Veranstaltungen von Dresden exists eingebunden.
Beispielsweise berichtet Tino Storch, Geschäftsführer von veriTAG, bei den monatlich stattfindenden Gründertreffs über den Aufbau von Vertriebsstrukturen oder den Herausforderungen bei der Akquise von Pilotkunden, die den veriTAG-Prototypen einsetzen.
Auf Lehrveranstaltungen für Studierende der Dresdner Hochschulen inspiriert er außerdem mit seiner Gründergeschichte zum Nachahmen.
Über Dresden exists
Die Gründungsinitiative der Dresdner Hochschulen und Forschungseinrichtungen ging 1998 als eine der ersten Initiativen aus dem bundesweiten Wettbewerb EXIST-Existenzgründungen aus Hochschulen hervor.
Von 1999 bis heute wurden 450 Projekte betreut, die aus der Technischen Universität Dresden, der Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie den außeruniversitären Forschungseinrichtungen hervorgingen.
Im Rahmen der Businessplan-Wettbewerbe futureSAX 2006 und 2008 wurde Dresden exists zweimal mit dem Hochschul-Sonderpreis für das Betreuungs- und Qualifizierungsangebot für Unternehmensgründer ausgezeichnet.
Die Gründungsinitiative Dresden exists hat außerdem erfolgreich beim deutschlandweiten Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" teilgenommen und wurde zu einem Ort im "Land der Ideen" gewählt. Der 365 Orte im Land der Ideen" ist eine gemeinsame Standortinitiative von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie. Schirmherr der Initiative ist Bundespräsident Horst Köhler.
www.dresden-exists.de

Nicole Ziesche, Dresden exists
Megalloys und veriTAG
Megalloys und das Team veriTAG sind mit unterschiedlicher Motivation und Voraussetzung in die Betreuung von Dresden exists eingestiegen.
Megalloys ist ein Forschungs- und Transferprojekt der Dresdner Leibniz-Einrichtung, bei dem Forschungsergebnisse wirtschaftlich umgesetzt werden sollen. Das Ziel: eine neue Werkstoffklasse – so genannte metallische Gläser – in die kommerzielle Nutzung zu überführen.
veriTAG entwickelt dagegen eine Geschäftsidee der Technischen Universität Dresden zur Marktreife. Dazu nutzt das junge Unternehmen die RFID-Technik zur Echtheitsprüfung. Das entwickelte System ermöglicht es, die Echtheit von Produkten wie etwa Marken-Turnschuhen oder Medikamenten einwandfrei zu prüfen.

Das veriTAG-Team: v.l.n.r. Thomas Guerth, Tino Storch und Sven Boerner (Foto: Blend3)
Beide Teams benötigten ein tragfähiges Geschäftskonzept (Businessplan). Dieses galt es zu entwickeln.
An erster Stelle: intensive Betreuung und Grundlagen
An erster Stelle stand dabei die Betreuung der Gründungen. Auf dem Weg in die Selbständigkeit wurde kontinuierlich an der Professionalisierung der Businesspläne gearbeitet.
Zu Beginn der Betreuung wurde analysiert, welche konkreten Weiterbildungs- und Coaching-Maßnahmen die betreuten Gründungsvorhaben benötigen. Daraus entstand jeweils ein individueller Meilensteinplan.
Die wichtigsten Grundlagen unternehmerischer Fähigkeiten lernten die Gründungsvorhaben in den Qualifizierungsveranstaltungen zu BWL, Marketing, Recht und Finanzierung.
Ein weiterer Baustein: Workshops und Seminare
Ergänzt wurde das Programm von einem zweitägigen Workshop inklusive Rollenspiel. VeriTAG und Megalloys trainierten das Vertriebsgespräch mit potenziellen Vertriebspartnern, um Herausforderungen ihrer technologie-orientierten Gründung zu meistern.
Die Workshops wurden per Video ausgewertet. Dadurch konnten die Gründer gezielt an ihren persönlichen Fähigkeiten arbeiten.
Begleitend zu den Workshops / Seminaren wurden einzelne Bausteine des Businessplans ausgearbeitet. Hierfür speisten die Gründer ihre Geschäftsideen in ein Businessplan-Seminar ein, das in Zusammenarbeit mit dem SAP-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der TU Dresden durchgeführt wird.
Christian Eichhorn vom Team Megalloys: "Durch die Zusammenarbeit mit den Studierenden konnten wir unseren Businessplan schnell professionalisieren und gewannen sogar noch wertvolle Anregungen."
Businessplan-Wettbewerb als Gütesiegel
Den gemeinsam erstellten Businessplan reichte Megalloys zur dritten Stufe des futureSAX-Businessplan-Wettbewerbs ein. Der Lohn: der zweite Platz und 10.000 Euro in der Kategorie Gründen. "Die harte Arbeit am Businessplan hat sich gelohnt", sagt Eichhorn. "Durch die Teilnahme haben wir für die Gründungsfinanzierung und strategische Unternehmensplanung sehr konstruktive Hinweise von den Juroren erhalten."

Megalloys (mit Namensschildern) empfängt den futureSAX-Preis (Foto: futureSAX Businessplan GmbH Sachsen)
Außerdem gebe es die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen und Juroren, die das Gründungsvorhaben als Mentoren weiterhin unterstützen. Jetzt gehe es an die Vorbereitungen für die Unternehmensgründung.
Eine erfolgreiche Teilnahme kann die Türen zu weiteren Finanzierungsmöglichkeiten öffnen, denn sowohl private als auch öffentliche Investoren schätzen die Qualität des Wettbewerbs mittlerweile wie eine Art Gütesiegel.
Die Teilnahme erleichtere zum Beispiel den Zugang zu Unternehmensnetzwerken. Deshalb setzen wir bei Dresden exists alles daran, die Gründungsprojekte über aktuelle Businessplan- und Gründer-Wettbewerbe zu informieren und zur Teilnahme anzuregen – etwa bei futureSAX und überregional bei Weconomy sowie start2grow.
So gewann Megalloys auch beim Gründer-Wettbewerb WECONOMY und bekam die Möglichkeit, an einem Wochenende mit erfahrenen Geschäftsführern der wichtigsten deutschen Unternehmen zusammenzutreffen.
Junge Unternehmer geben ihr Wissen weiter
Auch die inzwischen gegründete veriTAG GbR profitierte von der Teilnahme an Businessplan-Wettbewerben – und gibt das erworbene Wissen an neue Gründungen weiter.
Das Team wurde im vergangenen Jahr beim futureSAX in der Kategorie "Gründen" ausgezeichnet. Seitdem wird veriTAG als Referent in die Veranstaltungen von Dresden exists eingebunden.
Beispielsweise berichtet Tino Storch, Geschäftsführer von veriTAG, bei den monatlich stattfindenden Gründertreffs über den Aufbau von Vertriebsstrukturen oder den Herausforderungen bei der Akquise von Pilotkunden, die den veriTAG-Prototypen einsetzen.
Auf Lehrveranstaltungen für Studierende der Dresdner Hochschulen inspiriert er außerdem mit seiner Gründergeschichte zum Nachahmen.
Über Dresden exists
Die Gründungsinitiative der Dresdner Hochschulen und Forschungseinrichtungen ging 1998 als eine der ersten Initiativen aus dem bundesweiten Wettbewerb EXIST-Existenzgründungen aus Hochschulen hervor.
Von 1999 bis heute wurden 450 Projekte betreut, die aus der Technischen Universität Dresden, der Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie den außeruniversitären Forschungseinrichtungen hervorgingen.
Im Rahmen der Businessplan-Wettbewerbe futureSAX 2006 und 2008 wurde Dresden exists zweimal mit dem Hochschul-Sonderpreis für das Betreuungs- und Qualifizierungsangebot für Unternehmensgründer ausgezeichnet.
Die Gründungsinitiative Dresden exists hat außerdem erfolgreich beim deutschlandweiten Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" teilgenommen und wurde zu einem Ort im "Land der Ideen" gewählt. Der 365 Orte im Land der Ideen" ist eine gemeinsame Standortinitiative von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie. Schirmherr der Initiative ist Bundespräsident Horst Köhler.
www.dresden-exists.de
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