Wettbewerbsveranstalter haben meist mit zwei Szenarien zu kämpfen: Es bewirbt sich kaum einer – oder es gibt einen Riesenandrang. Darüber sprechen wollen aber nur wenige. Dabei geht es auch anders, wie das Beispiel Wilhelm Alms zeigt.
Alms ist Geschäftsführer beim Institut für Management- und Wirtschaftsforschung GmbH (IMWF), seines Zeichens wissenschaftlicher Partner von "Hamburgs beste Arbeitgeber".
In einem Interview für das
Hamburger Abendblatt sprach er über die Hoffnungen der Veranstalter und die Erwartungen an die Bewerber.
Zwei Szenarien, zwei Reaktionen
Hamburger Unternehmen sollen mit dem Wettbewerb die Möglichkeit bekommen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und sich dies mit einem wissenschaftlichen Rating bestätigen zu lassen.
Das gehe laut Alms aber nur, wenn der Wettbewerb auch genügend Top-Unternehmen anziehe. Im schlimmsten Fall hätten wir einen erstklassigen Wettbewerb entwickelt, und keiner nimmt daran teil. Im besten Falle gebe es einen Riesenzulauf und auf den ersten fünf Plätzen seien nur absolute Top-Unternehmen.
Erst letzteres führt laut Interview zu zwei (gewünschten) Reaktionen bei Firmen, die nicht teilgenommen haben: "Erstens: Verdammt! Wir waren nicht dabei. Und zweitens: Nächstes Jahr machen wir mit."
Authentische Köpfe bevorzugt
Ein gutes Wettbewerbsrating gibt es aber nicht umsonst. Um kluge Köpfe zu gewinnen, brauche es neben Gehalt und Titel auch ein interessantes Aufgabenfeld, einen "sicheren" Arbeitgeber und Work-Life-Balance, so Alms.
Und das ganze müsse auch noch authentisch kommuniziert werden. "Heutige Bewerber sind sehr sensibel, sie erspüren und prüfen unbewusst, inwieweit die nach außen transportierten Werte auch innerhalb des Unternehmens gelebt werden." Tatsächlich präsentierten sich hier viele Unternehmen jedoch noch sehr unprofessionell.
Es gebe Firmen, die nur schlaue Überschriften aus Büchern herauspickten und danach meinten, Employer Branding betrieben zu haben. "Ein kluger Bewerber kratzt an dieser Lackoberfläche und findet nichts darunter."
Solides Employer Branding
Employer Branding muss laut Alms daher solide und seriös betrieben werden.
Aufgabe des Wettbewerbs sei es, Unternehmen für genau diese Werte zu sensibilisieren. Das heißt, dass "Unternehmen selbstverständlich und systematisch ihre Qualitäten Arbeitnehmern und Bewerbern gegenüber kommunizieren und hervorheben".
(
mb)