Ein Sieg bei einem Gründerwettbewerb ist zwar keine Garantie für einen Unternehmenserfolg, aber zumindest ein guter Anfang. Die secumem GmbH und ORCan Industries könnten es schaffen, denn sie sind die Sieger des Münchener Businessplan-Wettbewerbs 2008.
Am gestrigen Mittwoch (30. Juli) wurden die beiden Start-ups zu den Siegern der MBPW-Kategorien Sprinter und Marathon gekürt. Insgesamt 290 Teams hatten an den drei Stufen des Gründerwettbewerbs teilgenommen.
Datensicherung schnell und günstig

Das Duo von secumem, (Foto: MBPW)
Adriana und Dirk Brunner von der Hochschule München bilden das Team der
secumem GmbH , welche die Kategorie Sprinter (Markteintritt in weniger als 18 Monaten, Kapitalbedarf kleiner als 1 Millionen Euro) für sich entschied.
Das Ehepaar entwickelt, produziert und vertreibt Produkte, mit denen Firmen digitale Daten kostengünstiger und schneller sichern können. Basis der Gründung waren schlechte Erfahrungen mit einem Festplattenausfall in ihrem vorherigen Unternehmen.
Secumem kombiniert dabei elektronischen Schutz – zum Beispiel vor Viren – mit einem physischen Schutz vor Umwelteinflüssen wie Feuer oder Wasser. Der nächste Meilenstein für das Unternehmer-Duo aus München ist die Produktion der Nullserie.
Beim MBPW 2008 wurde secumem schon in der "Ideas Stage" (Stufe 1) und der "Development Stage" (Stufe 2) prämiert. Für den Sieg in der dritten Stufe gab es 15.000 Euro Preisgeld.
Erst erzeugen, dann zurückgewinnen

Fünf der sechs Köpfe von ORCan Industries (Foto: MBPW)
Vier Köpfe mehr als das Duo von secumem haben die Sieger von ORCan Industries. Richard Aumann, Mathias Bertele, Rosmarie Hengstler, Eva Lucke, Andreas Schuster und Andreas Sichert bilden das Team aus Studenten und Wissenschaftlern der Technischen Universität München und der Bayerischen EliteAkademie.
Zusammen entwickelten sie ein Modul, das die bei der Energie-Erzeugung entstehende Abwärme nutzt, um Energie zurück zu gewinnen. Damit könnten Fahrzeug-Motoren leistungsstärker und verbrauchsärmer (zehn Prozent weniger Treibstoffverbrauch) werden – oder Industrieanlagen ihre Abwärme recyceln.
Weil der Geschäftsstart noch weiter entfernt ist, gewann ORCan Industries die Kategorie Marathon (Markteintritt in mehr als 18 Monaten, Kapitalbedarf größer als 1 Millionen Euro). 15.000 Euro Preisgeld für den Sieg gab es aber auch hier.
Die weiteren Platzierten
Neben den Siegern freuten sich folgende Teams über eine Platzierung auf dem Treppchen:
2. Platz Kategorie Sprinter und 10.000 Euro: ibk BIOANALYTIK
Team: Andreas Kottmair, Antje Krist (bifa Umweltinstitut, Augsburg)
Geschäftsidee: "APAS" – ein Spezialgerät, das Schlämme unter erschwerten Bedingungen automatisch beproben und vor Ort analysieren kann. APAS (Automatisches Probenahme- und Analyse-System) soll die Prozessüberwachung von Biogasanlagen erheblich vereinfachen und damit deren wirtschaftlichen Ertrag steigern.
2. Platz Kategorie Marathon und 10.000 Euro: SurgicEye
Team: Ivan Billy, Prof. Dr. Nassir Navab, Joerg Traub, Thomas Wendler (Technische Universität München)
Geschäftsidee: SurgicEye steht für Medizinprodukte, die den Therapieablauf von Krebsoperationen nachhaltig optimieren, das heißt schonender und sicherer machen sollen. Das System beinhaltet eine intraoperative 3D-Bildgebung sowie darauf aufbauend eine neue Visualisierung und Navigation.
3. Platz Kategorie Sprinter und 5.000 Euro: Morgentau Solutions
Team: Michael Bendels, Philipp Sandner (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Geschäftsidee: Die Software ermöglicht computergestützte, automatisierte und hochpräzise Echtzeitsteuerung von Mikroskopsystemen in medizinisch-biologischen Forschungsfeldern. Beispielsweise können Forschungsvorhaben im Bereich der Neurophysiologie (unter anderem Kartographierung von Gehirnzellen) schneller, systematischer und effizienter durchgeführt werden.
3. Platz Kategorie Marathon und 5.000 Euro: NANOSTOVE
Team: Federico Bürsgens, Joachim Stehr, Lars Ullerich (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Geschäftsidee: NANOSTOVE ist ein Verfahren zur einfacheren und genaueren DNA-Analyse – realisiert durch Nano-Heizplatten. Winzige Goldpartikel werden mit Laserpulsen erhitzt und schmelzen die daran befestigte DNA in Bruchteilen einer Sekunde.
Wer sich für die nächste Wettbewerbsrunde des MBPW interessiert, sollte sich den Oktober 2008 vormerken. Dann startet der MBPW 2009 in seine erste Runde.
(
mb)