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Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg

Neuer Lack für das Notebook

06.07.2007 | Autor: | 0 Kommentare


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Simon Lee vom Siegerteam "tortoise design" (Foto: biz-AWARDS)
Folie abziehen, aufkleben und fertig ist das individuelle Notebook: tortoise design kleidet die tragbaren Computer neu ein und gewinnt dafür den ersten Platz beim Businessplan Wettbewerb in der Kategorie [BPWservice].

tortoise ist damit eines von insgesamt sechs Teams der dritten und letzten Wettbewerbsrunde, die gestern Abend von der Existenzgründerinitiative ausgezeichnet wurden – prämiert wurden jeweils die besten drei Teams für nicht technologieorientierte Konzepte [BPWservice] und technologieorientierte Produkt- und Dienstleistungsideen [BPWtechnology].

BPWservice: Der Schildkrötenpanzer für das Notebook
"Ein wunderbares Gefühl", beschreibt Uh-Choll Simon Lee von tortoise design den Gewinn der 10.000 Euro Preisgeld. Das Team um Lee, Fabian Deschler und Gregor Moss bietet für die individuelle Gestaltung des eigenen Notebooks maßgeschneiderte Folien und hochglänzende Lackierungen.

Die Idee kam aus dem Schutzgedanken heraus, so Lee zu biz-AWARDS: "Tortoise heißt Schildkröte. Unsere Folie soll wie der Schildkröten-Panzer schützen – und dank Design auch noch schön."

In den ersten Runden sah es dabei gar nicht nach einem Sieg für tortoise aus. "Wir waren in den ersten beiden Runden nur unter den Top 30. Unser Anspruch war es aber, uns selbst und den Businessplan zu verbessern. Vor allem unsere Umsatzschätzung hatte am Ende Hand und Fuß."

Bisher erhielt das Team zwar keine Förderungszusage wie der Vorjahressieger Syncing.net, doch Lee ist sich sicher, dass es in Zukunft gute Marktchancen für das junge Unternehmen gibt.

Klettern macht Fez, Beratung für die Kuh auch

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Auch zuschauen machtz Spaß: Die Gäste verfolgten die Preisverleihung gespannt. (Foto: biz-AWARDS)
Aber nicht nur tortoise freute sich bei der Preisverleihung im hell erleuchteten Atrium der Investionsbank Berlin. Auch die Zweiten und Dritten nahmen ihre Preise mit Freude entgegen.

Den zweiten Platz in der serviceorientierten Kategorie erhielt das Team Forest Jump. Die Gründer Henrike Janczik und Heiko Kordus planen Berlins ersten "Kletterwald". In bis zu zehn Metern Höhe verbindet ein Parcours aus Kletterelementen und Plattformen die Bäume. Gedacht ist das Angebot vor allem für Kinder und Jugendliche. Der Lohn der Businessplan-Mühen: 7.500 Euro Preisgeld.

Platz Drei und 5.000 Euro ging an Dr. Christian Fidelak von bovicare. Fidelak bietet ein Beratungs- und Betreuungsinstitut für die Milchvieh-Landwirtschaft an - von der Überwachung der Tiergesundheit bis hin zu Milchdiagnostik im Labor.

BPWtechnology: drei Brüder für sprudelndes Wasser
Sprudelndes Wasser verhalf der 3S Antriebe GmbH zu Platz Eins und 10.000 Euro Preisgeld in der Kategorie technology. Die drei Brüder Fabian, Axel und Steffen Sacharowitz entwickelten eine Antriebslösung für unterirdische Armaturen von Rohrleitungsnetzen.

Die "Berliner Kappe" – so der Spitzname des Geräts – soll es ermöglichen, die Armaturen zu deutlich geringeren Kosten zu automatisieren und zu warten. Vor allem die Berliner Wasserbetriebe seien "scharf" auf das Produkt, so die Brüder lächelnd auf der Bühne. "Sprudelndes Wasser für sprudelnde Gewinne."

Aus der Deckung auf Platz Zwei

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Per Quereinstieg auf Platz Zwei: Christoph Charlé. (Foto: biz-AWARDS)
Dr. Christoph Charlé schaffte das, was nicht viele Gründer schaffen. "Ich bin aus der Deckung heraus in die dritte Runde quer eingestiegen und habe gleich gewonnen", sagte der promovierte Naturwissenschaftler zu biz-AWARDS.

Mit seinem geplanten Unternehmen YARRAGene Diagnostik produziert und vertreibt Charlé diagnostische Testverfahren für die Transplantationsmedizin. Die Verfahren können den richtigen Empfänger für ein Spenderorgan bereits vor der Transplantation ermitteln. Teilgenommen hat er aber aus einem eher profanen Grund: "Ich wollte mir eine eigene Deadline für das Schreiben des Businessplans setzen."

Er brachte dafür auch schon einige Erfahrungen mit. Bereits 2000 gründete er ein Unternehmen, das aber an zu wenig Risikokapital scheiterte. "Man sollte sich sehr gut anschauen, mit wem man ins Kapital-Bett steigt. Wer nach vier Wochen noch keine Kapital-Zusage bekommen hat, sollte den Geber abschreiben", empfiehlt Charlé neuen Gründern.

Den dritten Preis - und 5.000 Euro - erhielt das Gründerteam um Prof. Armin Fricke mit der Geschäftsidee Inbox Analytics. Die Ausgründung der TFH Wildau bietet Einzelhändlern auf elektronischen Marktplätzen eine Software an, die eMail-Daten analysiert und daraus betriebswirtschaftliche Auswertungen und insbesondere prozessbezogene Kennzahlen ableitet.

20 Prozent mehr Businesspläne und ein Hattrick
In der letzten Stufe des Businessplan- Wettbewerbs nahmen 274 Teams mit 525 Beschäftigten aus Berlin und Brandenburg teil. Das sind 20 Prozent mehr als noch 2006 und das beste Ergebnis seit dem Start des Awards vor zwölf Jahren. Der Preis hat sich damit als wichtiges Instrument bewährt, um Menschen mit Ideen zum Schritt in die Selbstständigkeit zu motivieren, sagte Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Krüger.

Dabei klappt vor allem die Zusammenarbeit des BPW mit den regionalen Hochschulen sehr gut, wie die Preisvergabe für die beste Ideenschmiede zeigte. Zwar werde das kleine Preisgeld von 1.000 Euro den Etat der Hochschulen nicht großartig ändern, so die Moderatoren vom BPW-Team, doch die FU Berlin freute sich trotzdem über die Auszeichnung als Ideenschmiede in Berlin. Sie konnte sich mit 73 eingereichten Businessplänen klar von der TU und HU Berlin absetzen.

Knapper ging es in Brandenburg zu. Zwischen der Universität Potsdam und der FH Eberswalde lagen gerade einmal 7 Businesspläne. Der Uni Potsdam gelang mit dem Sieg ein lupenreiner Hattrick – sie gewann zum dritten Mal in Folge den Titel als Ideenschmiede Brandenburg.
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