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RoboCup

Deutschland vor, Robo-Tor

07.07.2009 | Autor: Arne Wellding | 0 Kommentare

Aus dem Hintergrund müsste...
Der deutsche Fußball ist wieder an der Spitze – jedenfalls bei den Roboter-Teams. Beim jährlichen RoboCup-Wettbewerb messen sich künstliche Intelligenzen aus der ganzen Welt unter anderem im Fußball. Gleich vier Kicker-Titel gehen 2009 an deutsche Teams.

Wie das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS berichtet, errangen vier deutsche Fußball-Teams die Weltmeister-Titel in den Disziplinen Standard Platform League, Teen-Size-Liga, Kid-Size-Liga und Middle-Size-Liga. Ein weiteres deutsches Team sicherte sich den Sieg beim RoboCup@Home.

Künstliche Intelligenzen auf künstlichem Rasen
Hinter den Vereinskickern von Werder Bremen liegt eine eher durchschnittliche Saison. Erfolgreicher war das örtliche Robo-Team "B-Human". Die Roboter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) schossen sich zum Titel in der Standard Platform League – mit einem souveränen 9:0 im Finale gegen den amtierenden Meister Austin Villa aus den USA.

Weitere Titel beim Fußball gingen an das Team "NimbRo" der Universität Bonn in der Teen-Size-Liga, an die "Darmstadt Dribblers" der Technischen Universität Darmstadt in der Kid-Size-Liga und an den "RFC Stuttgart" der Universität Stuttgart in der Middle-Size-Liga.

Auch wenn der eine oder andere Spielzug zurzeit noch etwas ungelenk aussieht – die Vision der RoboCup-Veranstalter steht: Im Jahr 2050 sollen die Roboter-Fußballer so weit sein, dass sie den amtierenden Fußball-Weltmeister schlagen können – der Menschen.

Ball-Tanz im Abseits
Auch abseits des Platzes war Deutschland erfolgreich: In der RoboCup@Home Liga ging ein Weltmeistertitel an das Team "b-it-bots" der Hochschule Bonn-Rhein Sieg. Hier beweisen sich Roboter als Helfer im Alltag: Türen öffnen, Rasen mähen, Gäste bewirten oder den Müll raustragen.

Beim RoboCup Rescue präsentierten sich Rettungs-Robos, die an Orten eingesetzt werden können, die für Menschen zu gefährlich sind – beispielsweise in Erdbebengebieten. Beim Schüler-Wettbewerb RoboCupJunior gab es neben den Disziplinen Soccer und Rescue ein besonderes Highlight: den RoboDance. Dabei führten kostümierte Roboter zu heißen Rhythmen selbst erdachte Choreografien auf.

Dr. Ansgar Bredenfeld, Sprecher des deutschen RoboCup Nationalkomitees will sich trotz des erfolgreichen Abschneidens nicht auf den Lorbeeren ausruhen: "Die fast 300 Junior-Teams und mehr als 30 Senior Teams aus Deutschland werden sich schon jetzt für die nächsten Qualifikationsturniere und die RoboCup German Open vorbereiten."

Zum Wettbewerb
Am RoboCub 2009 in Graz beteiligten sich insgesamt 2.300 Teilnehmer aus 44 Ländern. Die größte Veranstaltung für intelligente Roboter gilt seit 1997 als Vorreiter auf dem Gebiet der Robotik und der Künstlichen Intelligenz. Die nächste RoboCup-Weltmeisterschaft findet 2010 in Singapur statt.

Weitere Informationen zum RoboCup erhalten Sie unter www.robocup2009.org.

Zur Pressemitteilung des IAIS.

Foto: © TU Graz / Lunghammer