HOCHSPRUNG-MediaAward

Intellektuelle Geburtshilfe für Fachkräfte



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Stefanie Marek: zweifache Gewinnerin beim HOCHSPRUNG Media Award 2007.
"Verständlich Schreiben kann jeder lernen – auch Techniker und Führungskräfte", sagt Stefanie Marek. Die Gründerin berät und trainiert Fach- und Führungskräfte rund um das Thema "Schriftliche Kommunikation". Für ihr Geschäftskonzept erhielt sie gleich zwei Preise beim HOCHSPRUNG Media Award 2007: Platz Drei für die Website und Platz Eins für ihr Kommunikationskonzept.

Mit biz-AWARDS sprach die Siegerin über die Entstehung ihres kleinen Unternehmens, der "Intellektuellen Geburtshilfe" sowie den richtigen Fokus für das eigene Unternehmen.

Schreiben als Lebensinhalt
Für Stefanie Marek sind Schreiben und Technik seit ihrem Studienabschluss 1998 in Sprach- und Kommunikationswissenschaften Teil ihres Lebens. Schon bei ihrer ersten Arbeitsstelle, Philips in Aachen, kam sie mit Trainings für Techniker in Berührung. "Ich entwickelte erst Spracherkennungssoftware mit und gab nach einiger Zeit Trainings für die Applikationsentwicklung für externe Kunden", erinnert sie sich.

Eine Geburt, ein Umzug, ein Neuanfang
Marek fand Spaß am lehren, musste aber 2003 nach der Geburt ihrer Tochter nach München ziehen. "Der Job war erstmal futsch. Und als damals 28-jährige Akademikerin war ich für das Arbeitsamt nicht vermittelbar", sagt Stefanie Marek.

Die Lust am Schreibtraining wollte und sollte aber gestillt werden. "Also wurde ich Freiberuflerin und gründete eine Ich-AG. Wirkliches Schreib-Coaching gab ich damals aber noch nicht."

Marktlücke gefunden
Sie erhielt erste Schreibaufträge beim User Interface Center der Siemens AG. Schnell merkte sie, dass es leichter war, einem Techniker das Schreiben beizubringen als einem Schreibprofi die technischen Grundlagen der Anwendungen. "Ich dachte mir: Dann gib den Technikern doch eine Art intellektuelle Geburtshilfe und trainiere mit ihnen, wie man verständlich schreibt."

Sie fokussierte ihr Angebot. "Eine technische Fachkraft weiß am besten, was geschrieben werden muss. Trotzdem wird in der Industrie Schreiben nicht systematisch gelehrt. In diese Marktlücke bin ich gestoßen und habe spezielle Schreibtrainings angeboten", sagt die Gründerin.

Schreiben lehren ist wie die Geburtshilfe
Erste Coachingsstunden waren die Folge. Im Vordergrund ihrer Beratung stand dabei die praktische Arbeit. Es gehe immer um das Thema und nicht den Autoren, so Marek. "Ähnlich wie eine Hebamme den Prozess einer Geburt begleitet, will ich den Lernprozess des Schreibens begleiten und zum fertigen geschriebenen Text hinführen."

Nach diesem Credo richtete sie ihr Angebot aus: Eine Konzeptberatung, um Ideen klar strukturieren; ein Schreibtraining, um Inhalte verständlich zu formulieren und ein Coaching, um Konzepte erfolgreich und effizient umzusetzen. Auch geschäftlich entwickelte sie sich weiter und startete mit einem eigenen Corporate Design Ende 2003 richtig ins Geschäftsleben.

Sehr wichtig dabei sei es, das eigene Angebot von seiner Person zu trennen. "Egal ob ich Schreibkonzepte, Schuhe oder Software verkaufe: Die Dienstleistung steht im Vordergrund – nicht ich. Wenn jemand meine Dienstleistung nicht braucht, wertet mich das nicht ab."

Die Struktur bestimmt den Erfolg
Solche Gelassenheit kam an. Auch bei der aixvox GmbH, bei der Stefanie Marek als Schreibcoach die Entstehung des voice compass begleitete, ein 416 Seiten starkes Kompendium für die Sprachtechnologie.

Zusammen mit dem Herausgeber und dem Team entwickelte sie einen Schreibprojektplan: Wie ist das Thema gegliedert? Was interessiert die Leute überhaupt? "Struktur ist auch beim Schreiben alles. Erst dann folgt die Marketingbrille: Wie sieht der potenzielle Leser aus?"

So lässt sich das Buch laut Marek mit zwei Brillen lesen: Aus der Sicht eines mittelständischen Unternehmens und der Sicht einer Kommunikations-Centers. Nur eine Sicht brauchten die Juroren des Innovationspreis 2007 ITK: Sie vergaben für das Buch den ersten Platz in der Kategorie Beratung und Consulting.

www.schreibkonzepte.de


Zum Urteil der Jury
Stefanie Marek überzeugte laut Urteil der Jury mit durchgängigen und nachhaltigen Details: eine sehr ausgefeilte Planung und eine detaillierte Ausformulierung von Zielen und Maßnahmen. Das beginne beim Corporate Design (Farbkonzept, Logo, Geschäftsausstattung usw.) und laufe über die Möglichkeiten des Internets (Internet-Netzwerk, Blog, Community) bis hin zum Controlling per Google Analytics.

Weitere Stärken sahen die Juroren:

• im unverwechselbares Erscheinungsbild
• den beruflichen Werdegang mit Erfahrungen auf mehreren Gebieten
• im Gedanken, sich nicht als Einzelkämpferin durchzuschlagen, sondern eine Kooperation mit anderen Partnern einzugehen – das spare finanzielle Ressourcen
• im Besetzen einer Marktnische

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