IHK-Gründerpreis Mittelfranken

Uni fertig, kein Fremdkapital und dennoch Gründer



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Dr. Beyerlein u. Dr. Pfund (v.l.)
Foto: Fuchs/ IHK Gründerpreis
25.000 Euro Startkapital und ein Umsatz von mittlerweile über einer halben Million: Damit ist die OPTOCRAFT GmbH eine der wenigen Firmen, die es ohne Fremdfinanzierung geschafft haben.

Die Geschäftsführer Dr. Johannes Pfund und Dr. Mathias Beyerlein erhielten dafür den IHK-Gründerpreis 2006 der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

Im Jahr 2001, unmittelbar nach ihrer Promotion, haben Pfund und Beyerlein das Unternehmen gegründet. "Auch mit dem Nachteil, dass wir keine Erfahrungen in Firmen hatten, sondern wirklich direkt aus der Uni heraus eingestiegen sind", erzählt Dr. Mathias Beyerlein. "Wir fingen an mit 25.000 Euro, die wir von unseren Eltern bekamen. Man muss aber dazu sagen, dass wir auch verschiedene Förderungen u.a. für eine Unternehmensgründung direkt nach der Uni genutzt haben."

Erfolgsfaktor Universität
Die Gründer ließen sich durch das so genannte Fluegge-Programm unterstützen. "Das war eine personengebundene Förderung. Pro Person bekommt man eine halbe wissenschaftliche Angestelltenstelle. Da kann man als Firma noch an der Uni arbeiten, aber schon das Unternehmen gründen."

Das Programm nutzten Beyerlein und Pfund zwei Jahre. "Der Vorteil war vor allem, dass wir noch Räume in der Uni nutzen konnten. Für die Uni liegt der Vorteil darin, dass das Know-how nicht so schnell verloren geht. Wir haben ja weiterhin Doktoranden betreut und auch Gerätschaften."

Das Fluegge-Programm sei eine der wichtigsten Förderungen am Anfang gewesen, erklärt Beyerlein. "Wir haben natürlich auch kleine Förderungen genutzt, wie es jeder macht." So zum Beispiel die Patentförderungen Insti. "Da konnte man sich die Recherche bezahlen lassen und auch die Anmeldung. Die Förderung hat aber nur für eine deutsche Anmeldung gereicht."

Gleich verkaufen statt ewig entwickeln
Generell sei es aber nicht zu empfehlen, sich ausschließlich mit Fördermitteln über Wasser zu halten, so Beyerlein. "Man sollte das nicht übertreiben. Diese Förderungen sind sehr oft mit Papierkram verbunden, der einen dann auch daran hindert, wirklich Produkte zu entwickeln."

Optocraft hingegen hat keine Zeit verloren. "Wir haben nicht erst noch zwei Jahre entwickelt, sondern gleich von Anfang an Geräte verkauft." Einen Prototyp haben die Physiker bereits an der Uni gebaut. "Das haben wir dann weiter entwickelt und verkauft."

Das Geschäft sei seitdem stetig gewachsen. "Wir hatten einfach das Glück, dass wir gleich im ersten halben Jahr zwei bis drei Geräte verkaufen konnten." Die typischen optischen Messgeräte von Optocraft kosten um die 30.000 Euro. "Das ist unser Hauptprodukt. Mittlerweile haben wir insgesamt weit über 50 dieser Geräte verkaufen können."

Entbehrungen für den Erfolg
Bei der Gründung des Unternehmens haben Pfund und Beyerlein auch privat Verzichte in Kauf genommen. "Wir hätten in der freien Wirtschaft sicher mehr Geld verdienen können." Die Gründer selbst haben sich anfangs kein typisches Geschäftsführergehalt gezahlt, so Beyerlein. "Wir haben das stückweise gesteigert und agierten da sehr vorsichtig, so dass wir manchmal am Ende des Jahres feststellten, dass wir uns doch etwas mehr hätten zahlen können."

Im Jahr 2001 haben Pfund und Beyerlein bereits am Businessplanwettbewerb Nordbayern teilgenommen. Sie landeten in der zweiten Runde zwar unter die ersten zehn, das Weiterkommen scheiterte aber. "Wir haben damals nicht viel Geld gebraucht und waren daher auch völlig uninteressant für die Geldgeber. Das zweite war, uns wurde immer gesagt, wir sollen uns ganz speziell auf einen Bereich konzentrieren."

Hätten sich Pfund und Beyerlein daran gehalten, gäbe es die Firma heut schon nicht mehr, so Beyerlein. "Wir blieben aber relativ flexibel. Wir hatten uns zwar zwei spezielle Bereiche rausgesucht – das waren die Ophtalmologie und die Halbleiterindustrie, hatten aber zunächst in anderen Bereichen viel mehr Erfolg." Das war die klassische optische Messtechnik zum Beispiel für Kunststoffoptik und Mikrooptik.
"Und im Nachhinein, so nach zwei/ drei Jahren, sagten dann die gleichen Leute, dass wir das so genau richtig gemacht haben."

www.optocraft.de

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