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Münchener Business Plan Wettbewerb
Wenn Teilnehmer ohne Sieg erfolgreich sind
25.07.2007 | Sieger bei Gründerwettbewerben kennt fast jeder. Doch was wird aus den Unternehmen, die bei den Wettbewerben nicht auf dem Siegertreppchen stehen? Das erfahren Sie hier.Menlo Systems ist ein Teilnehmer, der auch ohne vordere Platzierung von einer Wettbewerbsteilnahme profitierte. Während seiner Gründungsphase nahm das bayerische Unternehmen am Münchener Business Plan Wettbewerb (MBPW) teil – gewann dort zwar nicht, nahm aber trotzdem viel mit: einen besseren Businessplan, Kontakte zum MBPW-Netzwerk, Anerkennung in der Fachwelt und einige Teilnahme-Tipps.
Auf der richtigen Frequenz
2001 gründeten die beiden Geschäftsführer Dr. Michael Mei und Dr. Ronald Holzwarth das Spin-Off des Max- Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching - zusammen mit ihrem Doktorvater Professor Dr. Theodor Hänsch, der 2005 den Nobelpreis erhielt.Die nackten Zahlen sprechen für die Gründer: 2001 als Gmbh mit zwei Leuten gestartet, beschäftigt Menlo Systems heute 25 Mitarbeiter. Jährlich erzielt die Firma eine Umsatzsteigerung zwischen 30 und 40 Prozent.
Basis der Geschäftsidee Menlo Systems war und ist die optische Frequenzkammtechnologie. Damit lässt sich das gesamte Spektrum des Lichtes präziser messen – bis zu 15 Dezimalstellen genau, sagt Michael Mei zu biz-AWARDS. Vor allem Eichinstitute setzen auf die von Mei und Holzwarth entwickelten Produkte.
Zum Wettbewerb
Münchener Business Plan Wettbewerb
Mit 30 Seiten zum Erfolg: Wer hier gewinnen will, sollte seinen Geschäftsplan klar, sachlich und für Laien verständlich formulieren. mehr
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Ein guter Zwang zu schreiben
Die richtige Frequenz fanden die Gründer auch beim MBPW. Nach Mei hat sich die Teilnahme mehr als bezahlt gemacht. "Wir wollten bei unserer Teilnahme einfach üben, wie man einen Businessplan schreibt."Vor allem der Abgabedruck schärfte den Blick für die eigenen Unternehmenspläne und –ziele. "Der Zwang, die Deadline einzuhalten, schadet sicherlich nicht." Es stelle sich ein Übungseffekt ein, der im weiteren Unternehmerleben weiter hilft. Gerade im Hochtechnologiesektor ist das sehr wichtig, sagt der Geschäftsführer weiter. "Meist lässt sich nicht weiter als zwei bis drei Jahre vorausplanen. Da ist eine präzise Planung unerlässlich."
Viele Sichtweisen treffen
Mei und Holzwarth nahmen aber nicht nur wegen des Businessplans teil. Die damaligen Wissenschaftler nutzten die Teilnahme, um die Sichtweise anderer Jungunternehmer kennen zu lernen. "Wir wollten Leute treffen, die Ähnliches wie wir vor hatten und vor ähnlichen Problemen standen", erinnert sich Michael Mei.Bis heute pflegt Menlo Systems den Kontakt zum MBPW-Netzwerk – nach Mei nicht so eng wie früher, aber dafür unterstützen sie das Netzwerk verstärkt als Sponsor.
Gerade bei der Vernetzung seien die Kontakte äußerst hilfreich gewesen. Die Gründer trafen beim MBPW Experten, Anwaltskanzleien und Finanzierer. Die Welt im Hochtechnologiesektor ist eng vernetzt, so Mei. Die bestehenden Kontakte helfen Menlo, auf weltweiten Messen und Tagungen wie der amerikanischen physikalischen Gesellschaft neue Leute anzusprechen und das Potenzial in anderen Ländern weiter zu erschließen.
Ein Nobelpreis kann helfen
Nicht ganz unschuldig an den guten Kontakten ist der Doktorvater von Mei und Holzwarth, Dr. Theodor Hänsch. Der Professor am Max- Planck-Institut für Quantenoptik in Garching begleitete die Gründer auf ihrem Weg in die Selbständigkeit und ist auch heute noch aktives Mitglied im Unternehmen.2005 bekam Hänsch den Nobelpreis für Physik. " Das hat Menlo Systems sicherlich nicht geschadet", sagt Michael Mei.
Mit Hänschs Gewinne steigerte sich die Bekanntheit des Unternehmens messbar. Mei und Holzwarth werden öfter auf ihre Produkte angesprochen und häufiger auf Tagungen eingeladen. "Aber nicht nur als Hörer, sondern vor allem als Redner."
Auf die Ex-Teilnehmer hören
Wer am MBPW teilnehmen will, sollte sich aber vorher Gedanken über die Teilnahme machen, sagt Michael Mei. Der MBPW ist nicht für jedes Unternehmen geeignet.Als Menlo 2001 teilnahm, lag der Schwerpunkt des Wettbewerbs auf Telekommunikation und IT. Andere Bereiche hatten es zum damaligen Zeitpunkt laut Michael Mei schwerer, gute Kontakte zu bekommen.
Heute sei der Schwerpunkt wieder ein anderer. "Wer sieht, dass er mit seinem Thema in diesem Jahr nur schwer an Finanzierer herankommt, sollten die Teilnahme eventuell verschieben. Wer aber seine Fantasie nicht verliert und sich nicht in die Maschen des Wettbewerbs eingrenzen lässt, kann bei einer Teilnahme viel lernen."
Über Menlo Systems
Menlo Systems wurde 2001 von Dr. Michael Mei und Dr. Ronald Holzwarth gegründet. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der optischen Frequenzkammtechnologie. Damit lässt sich das gesamte Spektrum des Lichtes im sichtbaren und nahinfraroten Spektralbereich präzise vermessen.
Darauf basierend entwickelten Menlo Systems in den letzten Jahren unter anderem einen optischen Frequenzsynthesizer. Mit dem tragbaren Gerät können Lichtfrequenzen mit einer Genauigkeit von 15 Dezimalstellen gemessen werden. Viele Eichinstitute weltweit messen damit Zeit und Längen – nach Angaben Menlos tausend Mal genauer als mit der Cäsium Atomuhr.
Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liegt in der Photonenanregung für biologische Technologie.
www.menlosystems.com
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