Award-Marketing

Langfristiger Nutzen durch wiederholte Preisbewerbung!? – Teil 4: weniger Bewerbungsaufwand

Ein Gastbeitrag von Udo Schmidt
Eine lange planmäßige Wettbewerbsteilnahme bringt Erfolg, vor allem für klar gesteckte Ziele. Doch ändert sich auch der Aufwand für die Teilnahme über die Jahre? Und wenn ja, wie?

Die Antwort auf die erste Frage lautet: Ja. Die Antwort auf die zweite Frage: deutlich.

Unser hier betrachteter Teilnehmer, ein Telekommunikations-Dienstleister, reduzierte den Aufwand für die Auswahl der geeigneten Bewerber über die neun Teilnahmejahre um etwa 90 Prozent auf einen halben Personentag pro Projekt. Zum Vergleich: Zu Beginn der Bewerbungen brauchte das Unternehmen noch über 5 Personentage.

Vor allem die fachliche Beratung zeigte eine starke Wirkung. Auch der Aufwand für das Erstellen von Bewerbungen reduzierte sich in den drei Jahren der Beratung um ca. 50 Prozent. Gleichzeitig stieg die Erfolgsquote (siehe Teil 1).

566 Prozent mehr Kandidaten
In den ersten sechs Jahren der Bewerbungsperiode wurden neun Bewerbungen für den Project Excellence Award der GPM-IPMA eingereicht. Diese neun Bewerbungen wurden aus 30 Projekten ausgewählt – im Schnitt also pro Jahr 1,5 Projekte aus 3,3 Bewerbern. Das war noch recht einfach zu bewerkstelligen.

Mit den Jahren stieg die Anzahl der Kandidaten für die Bewerbung. In den Jahren 5 und 6 kamen auf eine Bewerbung schon 10 Kandidaten. In den letzten drei Jahren standen den 7 eingereichten Projekten dann sogar 170 Kandidaten gegenüber – eine Kandidaten-Steigerung von circa 566 Prozent in neun Jahren.

Und unter allen Bewerbern sollte eine fundierte Auswahl getroffen werden. Das ging nur durch deutliches Optimieren des Aufwandes.

Die beste Chance nimmt teil
Es sollte das Projekt am Wettbewerb teilnehmen, das die besten Chancen für einen Gewinn hat. Also das Projekt mit der höchsten Bewertung nach dem Bewertungsmaßstab des Preises.

In den ersten sechs Jahren lag der Aufwand für die verschiedenen Bewertungs-Vorfahren zwischen einem und fünf Personentagen. Verlässliche Ergebnisse lieferte aber nur das Bewertungs-Vorgehen, welches sich am Project Excellence Award orientierte – bedauerlicherweise das Vorgehen mit dem höchsten Aufwand. Um dem Bewertungsverfahren des Preises möglichst nahe zu kommen, wurde zum Beispiel Audit-Fragebögen, PM-Delta Projektmanagement-Assessments der GPM oder das Project Excellence Modell direkt eingesetzt.

Ab Jahr 7 wurde ein neues Verfahren angewendet: die projectPROFiT-Methode®. Dieses simulierte eine direkte Bewertung nach dem Project Excellence Award und benötigte für eine Bewertung im Durchschnitt 0,5 Personentage.

Der Vorteil: Es konnte als Telefoninterview angewendet werden. Reisekosten und Reisezeiten, wie bei den vorigen Verfahren, erübrigten sich. Der Nachteil: Es musste für die Erstanwendung eine Fachberatung hinzugezogen werden.

Der Effekt: In den Jahren 8 und 9 standardisierte sich der Bewerbungstext immer stärker. Das reduzierte den Aufwand für das Erstellen der Bewerbungen. Der Standardtext konnte unabhängig von der eigentlichen Bewerbung optimiert werden.

Zwei Wege der Beratung
Optimiert werden mussten die Bewerbungen auf zweierlei Wegen: sachlich und PR-technisch.

Die sachliche Fachberatung zielte auf Kenntnisse über den Preis ab, dessen Bewertungsmaßstab, die Art und Weise der Bewertung und die Juroren. Vor allem die "Einstellung/Schulung" der Juroren ist wichtig, denn diese ändert sich unter Umständen von Wettbewerbsjahr zu Wettbewerbsjahr – je nachdem, ob und wie der Wettbewerb optimiert wird.

Eine Fachberatung aus dem PR-Bereich braucht Kenntnisse über die Leser und die Zielgruppen der Bewerbungen – und natürlich gute Ideen, wie die Dinge "verpackt" werden. Die Kunst ist hierbei, das richtige Maß zu treffen, die Leser positiv zu stimmen ohne zu übertreiben.

Das Fazit am Ende
Wer langfristig an einem Wettbewerb teilnehmen will und dort auch Erfolg haben möchte, sollte zwei Dinge beherzigen: Klare Ziele setzen und sich ggf. beraten lassen.

Das Unternehmen aus der Telekommunikation hat nach sechs Jahren durchwachsener Teilnahme eine Beratung hinzugezogen – mit Erfolg: Die gesteckten Ziele wurden in den drei Folgejahren fast alle übertroffen. Und zwar zum Teil so effektiv, dass sich das Unternehmen nicht mehr regelmäßig am Project Excellence Award beteiligen musste.

Diese Erfahrungen gelten natürlich nur beispielhaft für den Project Excellence Award. Analogien zu anderen Preisen drängen sich jedoch auf. Nutzen Sie diese Erfahrungen, die Berichte darüber und planen Sie Ihre Preisbeteiligung strategisch! Viel Erfolg!


Über Udo Schmidt
Udo Schmidt arbeitete regional im Qualitätspreis des Landes Schleswig-Holstein, national im Project Excellence Award der GPM sowie international im Project Excellence Award der IPMA.

Als Assessor und Lead-Assessor hat er Bewerbungen beurteilt und als Trainer für Assessoren an der Kalibrierung der Teilnehmer mitgewirkt.

Er ist zudem Autor des Buches "Hurra. Wir sind excellent".

Kontakt:
Tel. 0177 / 642 12 35
E-Mail: info@us4quality.com

2 Kommentare:
von Selene am 05.02.2012 - 16:54 UhrWeniger ist nicht nur mehr, sdroenn vor allem schwer … schwer in Unternehmen durchzusetzen, weil viele Manager möglichst viele Zielgruppen mit ihrer Dachmarke gleichermaßen ansprechen möchten – und am Ende keinen wirklich erreichen, außer über den (günstigeren) Preis. Und dafür gibt es bekanntlich preiswerte Handelsmarken… .
von enrsixlybs am 07.02.2012 - 10:14 UhrOt461c <a href="http://zzpsyjbrywjr.c...
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