Award-Marketing

Mit Awardmarketing an die Spitze der Marketingpyramide – Teil 2

Gastbeitrag von Albrecht Bühler, Baum und Garten
Um den passenden Wettbewerb für mich zu finden, muss ich erstmal das Thema Awards bzw. Business-Wettbewerbe für mich entdecken und eine Entscheidung treffen: Ja, ich will dabei sein.

Dann schaue ich in branchenspezifische Zeitschriften, in die IHK-Zeitung und die Tageszeitung – oder halte einfach die Augen offen und rufe gezielt an. Und natürlich lohnt es sich auch, bei biz-AWARDS die Bereiche zu durchforsten.

Falls ein Wettbewerb gerade vorüber ist, der mich interessiert: gleich notieren, wann der Termin wiederkommt, am besten in eine Exceltabelle.

Was passt zu mir?
Wo sind wir stark? Was können wir besonders gut? Was fällt uns leicht? Alles Fragen, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie das Thema Award-Teilnahme anpacken.

Bei mir war zunächst das Thema Ausbildung wichtig. Später kamen Themen wie Dienstleistung hinzu, Marketing und Internet, oder auch Gleiche Chancen für Frauen und Männer im Betrieb.

Es gibt für fast alles einen passenden Wettbewerb …
Denken Sie sich in Veranstalter und Jury hinein. Ich habe in der Regel versucht, Kontakt aufzunehmen, mit den Veranstaltern ins Gespräch zu kommen. Einfach um zu verstehen, was denen wichtig ist, worauf sie Wert legen.

Ganz passend für den Anfang und "nur" eine kleine Hürde in Baden-Württemberg: der "Mittelstandpreis für Soziale Verantwortung", ausgerichtet von Caritas und dem Wirtschaftsministerium.

Eine Urkunde "Sozial engagiert" bekommt jeder, der etwas halbwegs Vernünftiges zum Bereich soziales Engagement – Corporate Social Responsibility (CSR) einreicht. Fürs Treppchen (Plätze 1 bis 3 in den verschiedenen Kategorien) muss natürlich auch hier ordentlich was vorgezeigt werden.

Also überlegen Sie einfach mal: Was machen Sie an Corporate Social Responsibility in Ihrem Unternehmen? Gibt es irgendeine Initiative, die Sie unterstützen, ein Projekt das Sie durchführen? Nein? Dann wäre das eine Idee, hier mal aktiv zu werden.

… und auch einen unpassenden
Auch eine kleine Hürde, aber für mich persönlich und unternehmerisch letztlich unpassend: der "Große Preis des Mittelstands". Warum? Enorm viel Textarbeit!

Die erste Hürde war kein Problem. Aber bei den regionalen Preisverleihungen ist schnell Schluss, wenn man nicht bereit ist, sich wieder und wieder zu bewerben.

Setzen Sie auf die Bewerbung – und Besuche
In der Regel dokumentieren Teilnehmer in der Bewerbung das, was Sie im Unternehmen machen. Es gibt eine bestimmte, meist nach oben begrenzte Vorgabe für die Textmenge.

In der Regel – so jedenfalls bei mir – können Sie ein Handout einreichen, das stark mit Bildern arbeiten kann und sollte. Denn ein Bild spricht die Jury unmittelbar emotional an – ein Wort schafft das kaum.

Manchmal darf es aber auch mehr sein, zum Beispiel Besuche. Ich habe nur einen Wettbewerb erlebt, bei dem eine Jury in den Betrieb kommt: "Gleiche Chancen für Frauen und Männer im Betrieb". Das fand ich sehr beeindruckend, denn der Aufwand für die Jury war enorm.

Und für mich als Bewerber war es eine tolle Chance, die Jury zu überzeugen. Das lohnt sich: Bei der Preisverleihung saßen neben mir der Personalvorstand von Audi Neckarsulm (14.000 Mitarbeiter) und der Vorstand der Bausparkasse Schwäbisch Hall – beides ebenfalls Sieger, nur eben in einer anderen Größenklasse.

Kanten und Ecken herausarbeiten
Die Frage ist, was überzeugt eine Jury? Ich denke: authentisch bleiben – und sehr direkt, lebendig beschreiben, was man macht. Toll ist alles, was aus dem normalen Schema heraus fällt.

Zum Glück braucht man das sowieso, wenn man sich von Mitwerbern um die Gunst des Kunden abheben möchte.

Eine Bewerbung funktioniert aus meiner Sicht außerdem nur nach einem Prinzip: Gib alles – oder lass es bleiben! In der Regel sind Wettbewerbe umkämpft und zum Schluss kommt es beim Zieleinlauf auf jede Nuance an.

Scheffel in die Ecke
Beim TASPO-Award verlief meine Erstteilnahme 2006 recht sanft – Kategorie "Ausbildungsbetrieb des Jahres" gewonnen mit einer selbst gebastelten, relativ schlichten Bewerbung.

Für den zweiten Gewinn (2007) musste ich alles geben und Unterstützung durch Texter und Layouter hinzuziehen. Die sorgten dafür, dass Text und Bilder harmonisch rüber kamen. Schließlich entscheidet das Auge der Jury in der Kategorie "Internetseite".

Im dritten Jahr schrieb ich gleich vier Bewerbungen für den TASPO und wurde auch in allen 4 Kategorien nominiert. Wo gewann ich aber am Ende? In der Kategorie, mit der ich am wenigsten gerechnet hatte: Beste Unternehmensdarstellung.

Also: Entdecken Sie Ihre Potentiale, machen Sie was draus und stellen Sie ihr Licht nicht unter den Scheffel. Das müssen Sie doch ohnehin tun, wenn Sie am Markt in Ihrem Segment erfolgreich sein möchten. Warum also nicht genauso vorgehen auf der Jagd nach den Awards.


Ja, und was bringt das Ganze für das Unternehmen? Das erfahren Sie in Teil 3.


Über Albrecht Bühler
Albrecht Bühler ist Diplom-Sozialpädagoge, Landschaftsgärtner, Fachagrarwirt für Baumpflege – und 49 Jahre jung.

1995 gründet er sein Unternehmen "Baum und Garten" in Nürtingen, dessen Schwerpunkt auf Gartengestaltung, Baum- und Gartenpflege liegt. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 40 Mitarbeiter und 10 Auszubildende.

Neben dem Gestalten von Gärten und Aktivitäten im Bereich Ausbildung bietet Bühler ab Sommer 2009 auch Trainings in Teambildung und Unternehmenskommunikation an.

Kontakt
Albrecht Bühler Baum und Garten
Hindenburgstr. 67
72622 Nürtingen
Tel.: 07022 / 36 060
Web: www.baum-und-garten.de

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